Freitag, 10. September 2021

Frühherbst

 

Die unerwarteten Sonnentage habe ich für frische Eindrücke aus dem blauen Garten genutzt...


...und die Rosen für einen weiteren Wachstums- und Blütenschub. Othello z. B. schwingt sich schon wieder in den Birnbaum auf. 


An der Ostwand hat R. moschata `plena`hunderte neuer Knospen gebildet...


... Dank des Spiegels kann man sie auch von der Rückseite bewundern.



Im Nordbeet machen sich Bartnelken breit, die eigentlich für die Südseite vorgesehen waren. Das kommt dabei raus, wenn Katzen auf Fensterbänke mit Aussaat-Schalen (und - eigentlich - dazu gehörenden Etiketten) springen.



Farblich passt die Kombination m. E. recht gut. Da die Bartnelken aber Nachtfalter (auf dem vorigen Foto schon mal rechts im Bild) zu sehr bedrängen müssen sie demnächst nochmal umziehen.

Übrigens handelt es sich bei ihnen um recht langlebige Stauden, die keinesfalls nach der Blüte aus den Beeten gerissen werden sollten: Die Dunkelroten aus dem Ex-Park z. B. standen dort schon einige Jahre und machen sich im Blauen Garten weiterhin sehr gut. Nach jedem Blütenschub werden sie zurückgeschnitten und bilden dann wieder neue (auch Blüten-) Triebe.


Vesalius


Eine noch recht junge Bartblume auf - und ein schon älterer Blue Paradise-Phlox hinter dem Steingarten. 

Im Hintergrund bereitet sich Novalis auf den nächsten Blütenschwung vor.


Eufemia


Soeur Emmanuelle war ein Geschenk vom letzten Herbst und blüht jetzt im Mini-Beet vor dem Holzstapel.

Gegenüber von ihr sieht man eine Ecke des neuen Beets auf und um Roccos Grab. Weil der Boden dort noch extrem tonig ist war er vor der Bepflanzung mit Sägespänen abgedeckt, die jetzt nach und nach untergearbeitet werden. 


Diese namen-, bzw. etikettlose, rote Bourbon Rose (auf dem Foto noch im Topf) gehörte zu den ersten drei, die vor einigen Tagen schon auf Roccos Grab gepflanzt wurden. Eigentlich war sie zum Weitergeben vorgesehen aber ihr Duft hat mich davon überzeugt, daß sie hierbleiben *muß*. - Über Ideen bezüglich ihres Namens würde ich mich freuen. 

Was wollte ich nicht alles in dieses neu entstehende Beet pflanzen...In der Realität hat es zwar den größten Teil der vorher schon winzigen Restwiese auf der Nordseite verbraucht, ist aber doch viel kleiner als es für alle Wunschpflanzen sein müßte. - Typisches Gärtner-Luxusjammern: Wer von uns hätte nicht gerne mehr Platz für alle Schönheiten, die das Gärtnerherz begehrt? - Dann müssen Rosen, Rittersporne und Iris eben (noch) ein bißchen (mehr) zusammengerückt werden...


Lagerfeld auf dem "Fisch"-Hügelchen.  Rechts daneben eine Munstead Wood-Pflanze. 


Im hinteren Teil des "Fisch-Beets" ist es durch die Kiefer, den Apfel-, den Kirschbaum und die sommerblühende Moosrose im Vordergrund (Félicité Bohain) relativ schattig, die dunklen Gladiolen blühen hier deshalb später. Davor steht der kleinblütige, sogenannte "Sonnenschein-Phlox"


Nicht weit davon entfernt zeigt Souvenir de Mme Auguste Charles wieder, daß sie eine Kletterrose ist (und einen Obelisken oder Ähnliches braucht). 

Leider dauert es noch mindestens weitere drei, vier Wochen bis das Auto aus der Werkstatt kommt und u. a. zu einer überfälligen Baumarkt-Fahrt genutzt werden kann.


Ein Teil des Fisch-Beets wird grade umgestaltet, da fehlen noch blau (oder wenigstens violett) blühende Spätsommer-Pflanzen. Sie müssen schatten-tolerant sein, eine lange Blütezeit haben und dürfen weder wuchern noch sich versamen. Also sowas wie die Turbo-Version eierlegender Wollmilch-Säue...


An einigen Schatten- und Halbschattenplätzen erfüllt Geranium Rozanne diese Aufgabe ganz gut. Robuste Stauden wie Akeleien, (die meisten) Glockenblumen oder Phloxe z. B. stört es nicht besonders, wenn Rozanne sich an sie lehnt oder sie zeitweise überwächst. Daran, daß Iris barbata (es stehen auch welche im Fisch-Beet) damit zurecht käme, habe ich aber große Zweifel. Eine geeignetere Alternative könnten Tradescantien/Dreimaster-Blumen sein. Damit experimentiere ich an verschiedenen Stellen und bisher sind die Ergebnisse sehr zufriedenstellend.

Wenn man Tradescantien/Dreimaster-Blumen regelmäßig ausputzt, versamen sie sich nicht. Und falls sie in Trockenzeiten mal kein schönes Laub mehr haben sollten, schneidet man sie einfach komplett zurück. Innerhalb kürzester Zeit erscheinen dann wieder frisch-grüne Blätter und neue Blüten.



Umgestaltet wird grade auch das Beet am kleinen Teich zwischen Kirsch- und  Apfelbaum und auch da sind inzwischen eine Rozanne und eine Tradescantie einzogen. 

Im Zuge der Rückeroberung des Gartens von Brombeeren und Brennesseln lag dort über Jahre nur Silage-Folie. Nach und nach wurden in Folienlöchern dann Pflanzen "geparkt", die einigermaßen schatten-verträglich sind und erstmal irgendwo hin mußten. Außen herum stehen (und bleiben) Rosen und die Strauch-Päonie. 

Das Ergebnis war im Innenbereich ein wildes Gewuchere verschiedener Geranium, die, zusammen mit Teppich-Glockenblumen (C. poscharskyana), alles andere erstickten. Zwei Drittel davon sind jetzt raus und die Folie ebenso. 

Neu gepflanzt sind, abgesehen von Tradescantie und Rozanne, u. a. verschiedene Heuchera, Omphalodes verna, geflecktes Lungenkraut, blaue Akelei, ein Eisenhut, Veilchen, eine Sterndolde, mehr Günsel und panaschiertes Lamium/Lamiastrum "Purple Dragon". Dazu kommen noch weiße Zwerg-Narzissen und blaue Frühlingszwiebeln. "Besondere" (= seltene und/oder teure) Stauden wären in diesem Wühlmaus- und Schnecken-Eldorado zu gefährdet, daher nur "Allerwelts-Pflanzen".  Schaumermal, wie´s wird...


Erstaunlich gut zurecht kommt auch der Purpursalbei an überwiegend schattigen Standorten. Wühlmäuse scheinen ihn ebenso zu verschmähen wie die Schnecken und er wirkt mit seinem rötlich-silbrigen Laub (Blüten gibt es keine) fast das ganze Jahr über attraktiv. 

Man muß seinen Ausbreitungsdrang allerdings etwas in Zaum halten. Entweder durch häufige Halsinfekte (die Wirkung der Blätter ist vergleichbar mit der von Salvia officinalis) oder durch Besucher, die Triebe zum Einwurzeln im eigenen Garten mitnehmen (was ganz leicht funktioniert). Erstere sind hier glücklicherweise -, Letztere leider Mangelware. 


Als Topf-Bepflanzung für Schattenplätze, wie hier auf der Pavillon-Rückseite, wo nur am späten Nachmittag etwas Sonne hinkommt, sind Petunien und Impatiens/Fleißige Lieschen gut geeignet. Wöchentliche Flüssigdünger-Gaben und regelmäßiges Ausputzen fördern ihr Durchhalte-Vermögen. Natürlich sollte man sie auch nie durchtrocknen lassen.

Petunien zu überwintern hat hier leider noch nie geklappt, bei den Lieschen werde ich es wieder versuchen: Die meiner Oma waren uralt, riesengroß und blühten (wie bei mir die Pelargonien/"Geranien") im Winterhalbjahr auf der Fensterbank durch. Leider braucht man dafür relativ sonnige Fensterbänke und die fehlen hier. Trotzdem: Versuch macht kluch und der Ehrgeiz ist groß, mindestens ein oder zwei über den Winter zu bringen. 


The Prince steht auf der helleren Seite des Beets um den kleinen Teich und weiß das sichtlich zu schätzen.

- Verlassen wir erstmal die Schattenbereiche und -zeiten...


... und wenden uns den sonnigeren zu:


Im "Mlle Blanche Lafitte-Beet" dominiert zur Zeit Aster x frikartii "Mönch" die Szenerie.



Schräg gegenüber beginnt eeeendlich wieder die Dahlie Loretta mit der Blüte: Letztes Frühjahr hatte ich alle Dahlien in gute Hände weg gegeben und nur ein kleines Stück dieser Sorte behalten, die es im Handel nicht mehr gibt. Zuviel Hektik letzten Sommer, also wurde die getopfte Loretta nicht genug gegossen und gedüngt, verweigerte daher dann auch die Blüte. Es blieb also ein nagender Zweifel, ob es sich tatsächlich um Knollen der geliebtesten Sorte handelte. Der ist jetzt beseitigt und die Freude umso größer. 

Dahlien für Faule, bzw. Vielbeschäftigte: 

Knollen mit Drainage in gute Erde und ausreichend große Töpfe/Kübel pflanzen. Im Frühling (getopft in nicht zu kalten Gegenden schon Mitte/Ende März) draußen erst etwas geschützt, später sonnig aufstellen. Den Sommer über nicht durchtrocknen lassen und einmal in der Woche flüssig düngen. Ca. Ende Oktober/Anfang November zum Trocknen regen-geschützt stellen (Dachüberstand, Carport, Schuppen o. ä.). Nach dem Trocknen das Laub entfernen. Die Töpfe/Kübel können dann in einem frostfreien Raum bis zum nächsten Frühling platz-sparend gestapelt werden und brauchen kein Licht. Alle zwei, spätestens drei Jahre müssen die Knollen geteilt werden und frische Erde bekommen. 

Man spart so das Ein- und Ausgraben und kann mit getopften, "mobilen" Dahlien schnell zeitweilige Blüh-Lücken in Beeten füllen. 


Eine weitere Heimkehrerin: Auf der Westseite des Pavillons blüht Pax (aufgebunden als Kletterrose) wieder üppig. 


Auf einer Seite des Pavillon-Eingangs hat sich eine unbekannte, (normalerweise rote) TH aus einem aufgelösten Garten in Lübeck gut etabliert. 



Die Kübel-/Sommerpflanzen machen, gemessen am geringen Aufwand für ihr langes Wohlergehen, unglaublich viel Freude. 

Besonders kann ich zur Frühjahrs-Aussaat wieder mal den Sommerphlox in Violett-Tönen empfehlen: Die Blüten ganz rechts und ganz links stammen jeweils von einer einzigen Pflanze und es bilden sich seit Anfang/Mitte Juni beständig neue.


Die weiße Rose, die rechts über die Kübel guckt, ist Souvenir de St. Anne´s...


...Hier nochmal in der Bildmitte mit den rosa Blüten von Pierre de St. Cyr schräg darüber.


Auf der Rückseite dieses kleinen "Mittelbeets" steht u. a. eine Mme Cornélissen...

Im Hintergrund wartet ein weiteres Geschenk, Neptune, getopft auf seinen Einsatz im lila Beet, das komplett umstrukturiert werden muß (dazu später mehr). 


Neptune-Blüten aus der Nähe.


Auf der vorderen Seite des Mittelbeets steht u. a. die kostbare Mme Vidot. 


Blick über das Mittelbeet zum Hibiskus neben der Wäscheterrasse. Im Hintergrund ganz rechts Perle d´Amour und links davon "Mistress Ordinaire"...


...Trotz (oder wegen?) ihres starken Rückschnitts im Frühling überragt "Mistress Ordinaire" (ganz links) inzwischen die gar nicht kleine Perle d´Amour und dürfte jetzt ca. 2,8 m hoch sein. Ihrem Wuchs fehlt die strauchig überhängende Eleganz der Nachbarin, sie wächst wie typische Tee-Hybriden mit dicken Trieben straff aufrecht...


...Ihre Blüten sind riesig und erscheinen immer einzeln. Der Duft ist extrem intensiv und hat eine fruchtige Note (nix "Klostein", ha!), der sie unverwechselbar und (fast) jeden, der ihn erschnuppert, süchtig macht. - Irgendwann müßte sich doch jemand finden, der die Sorte kennt und "Mistress Ordinaire" ihren echten Namen zurückgibt?


Perle d´Amour-Habitusfoto. Auch sie ist fast nie ohne Blüten. 


Vor dem Hibiskus an der Wäsche-Terrasse und einem weiteren Exemplar des Lieblings-Phloxes Blue Paradise erholt sich eine Parole vom Wühlmausfraß. Vielleicht ist die frische Blüte deshalb so ungewohnt hell. 


Hinter dem Hibiskus schaut Petit Papillon hervor,...


...der zur Freude der Insekten so gut wie nie ohne Blüten dasteht: Zwischen den großen Schüben sind immer mindestens kleinere Büschel vorhanden. Hagebutten bildet er auch, allerdings schneide ich die zugunsten schnellerer Nachblüten weg. Für zusätzliche Sämlinge fehlt hier der Platz.

Der hintere Bereich dieser Terrasse liegt meist im Schatten. Diese alte Munstead Wood-Pflanze (sie stand vor ihrer Zeit im Ex-Park hier früher schon mal) gehört zu den Rosen, die damit gut zurecht kommen.


Links in diesem Bild vom Südost-Bereich sieht man Frau Karl Druschki, die in den letzten Tagen nochmal fast so viele Blüten hatte wie im Juni. 


Die sonnige Zeit hat auch die eine oder andere Rittersporn-Nachblüte hervorgelockt. Viele Rittersporn-Triebe sind in der Regenperiode aber leider den Schnecken zum Opfer gefallen und werden hoffentlich, rechtzeitige Schneckenkorn-Gabe im frühen Frühjahr vorausgesetzt, nächstes Jahr wieder neu erscheinen. 


In den kleinen Beeten der Südost-Ecke herrscht teilweise ziemliches Chaos. Da kleinere, öfterblühende Rosen, Bart-Iris und Rittersporne keine Bedrängung vertragen, müssen übergriffige, andere Pflanzen immer wieder in ihre Schranken gewiesen und im Zweifel entfernt werden. Auch hier ist das endgültige Konzept noch nicht gefunden: Es soll ja auch außerhalb der Leitpflanzen-Blütezeiten immer was (möglichst Blaues) blühen, das aber das Wohlergehen der Lieblings-/Leitpflanzen nicht gefährdet.  


Ein Überblick über diesen Gartenteil mit Vino-Blüte in der Bildmitte, von der sich ein Trieb zur Seite gelehnt hat. 


Henryk M. Broder und Joachim Nikolaus Steinhöfel

Blick über das helle Beet zum Hügelchen in der Südost-Ecke mit Phlox paniculata Hesperis, ganz rechts.

Der Buchs hinter der Lampe mußte vorgestern in einen Kübel umziehen weil der Platz für "Pedersens Rote Remontant Hybride" gebraucht wird (Rosen stehen an der Spitze der Prioritätenliste). 


Auf und an der anderen Hügelchen-Seite (Hesperis leuchtet hier im Hintergrund) blühen jetzt u. a. helle Gladiolen. Ganz links eine Blüte der Rugosa Agra.

Der mittlere und vordere Teil der Bepflanzung wird auch grade so verändert, daß noch genug Licht für ein paar Rittersporne vorhanden ist. Es mußten also Phloxe versetzt, bzw. müssen verkleinert werden. Bin gespannt, ob´s dann klappt mit der Rittersporn-Ansiedlung.


Am Südost-Hügelchen stehen u. a. drei weitere Pflanzen von Parole, einer TH, deren Duft ebenfalls Suchtpotential hat. 


Auch die alte Clio fühlt sich an dieser Stelle wieder sehr wohl. 


Der Phlox Schneerausch ist schon umgezogen und steht jetzt zurückgeschnitten "im Kompost" hinter White Jacques Cartier. Ganz rechts sieht man sein zurückgeschnittenes Laub neben dem noch blühenden Hesperis.


Das Treppchen hat inzwischen seine Grundbepflanzung erhalten. Die restliche Einwebung schaffen kriechende Sedum und Lamium/Lamiastrum Purple Dragon u. a. alleine. 

- Weiter am 11.9...


Blick über das helle Beet und das, was auf der Südseite von der Wiese übrig geblieben ist, auf den Rittersporn-Hügel und den Bogen mit der inzwischen fast verblühten Clematis viticella-Wildform. 


So sieht es zur Zeit aus der Gegenrichtung aus. 

Um den Rittersporn-"Hügel" mache ich aktuell noch einen Bogen, denn da hatte ich mir vor zwei Wochen beim Aufbinden von Rittersporn-Trieben an einem splittrigen Bambusstab fast ein Auge ausgepiekt. Dank gutem Schutzengel und/oder großem Glück ist nicht viel passiert und inzwischen alles wieder okay (zumindest sehe ich nicht schlechter als vorher). In Bereiche mit Augen-gefährlichen Gegenständen geh ich aber jetzt nur mit Schutzbrille.

Aufbinde-Stangen sollten immer eine Abdeckung haben! -Am besten sind Holz- oder Tonkugeln, notfalls gehen aber auch Gegenstände aus solidem Glas (werde demnächst noch weitere Medizin-Fläschchen u. a. dafür lackieren). - Hauptsache, die Spitzen der Stangen werden entschärft. - Passt bitte immer gut auf eure Augen auf!


Suchbild mit Kater hinter - und Fair Bianca im hellen Beet. Die hier gepflanzten Rosen haben nochmal wunderbar geblüht aber die paar Fotos, die ich versucht hatte, sind leider alle nichts geworden (wie man am obigen sieht). 



Ein kurzer Blick um die Ecke zum gefüllten Hibiskus vor der südlichen Hauswand und der Munstead Wood-Pflanze im Beetstreifen davor. - Von diesem Hibiskus gibt es Sämlinge, die gute Plätze suchen. Ob sie auch gefüllt sind, ist ungewiß, blau werden sie aber relativ sicher, denn hier standen immer nur blaue Hibisken. 


An der Gartentür-Terrasse bildet Indigo immer wieder einzelne Blüten. 


In diesem Beet am kaputten Teich (klappt dieses Jahr wohl wieder nicht mit der Reparatur) ist eindeutig Marie Bugnet die fleißigste Blüherin: Kontinuierlich produziert sie kleinere Blütenbüschel und immer wieder auch große Schwünge wie auf diesem Foto von vorgestern. 

Etwas Rück- und Auslichtungsschnitt im Frühling, dazu dann eine Handvoll Kaffeesatz und während der Saison Ausputzen von Verblühtem reichen der dankbaren Sorte als Gegenleistung aus.

 

Das Beet an der Gartentür-Terrasse beherbergt auch den vitalsten Rittersporn, der grade üppig nachblüht. 

Ganz rechts nochmal Marie Bugnet-Blüten und im Hintergrund das helle Beet.




Bis auf die oben Genannten und den Salbei sind die meisten anderen Pflanzen an diesem Teil der Terrasse aktuell nur grün.

 

Eine schöne Nachblüte gab es letzte Woche allerdings u. a. von der Weingart-Variante von Reine des Violettes, die an der Ecke dieses Bereichs wächst. Die ebenfalls sehr Üppige von Marie Helene u. a. ist mir größtenteils entgangen weil ich mit Kühl-Pad auf dem Auge die meiste Zeit herum lag. Sie bildet aber grade wieder neue Knospen. 


Nach Osten ist das Terrassentür-Beet von drei großen Buchsen abgegrenzt, die definitiv Buchspilz (Cylindrocladium buxicola) hatten und von den Vorbesitzern entsorgt werden sollten. 

Das ist inzwischen mindestens sechs Jahre her und sie waren schon nach kurzer Zeit wieder völlig gesund. Ohne Spritzen und ohne Rückschnitt: Einfach nur mit etwas mehr Abstand in nahrhaften Boden (der frühere Standort war sehr sandig) gepflanzt und anfangs mindestens einmal pro Woche durchdringend gegossen. Das war alles, was dafür nötig war. 

Inzwischen gibt es eine neue Hysterie, einen neuen "unheilbaren" Befall, aufgrund dessen große Mengen von Buchsen gerodet und zerstört werden: Buchsbaum-Zünsler...

Diese Tierchen hatten im Ex-Park vor ca. acht bis zehn Jahren auch einen Invasionsversuch gestartet und den ersten Buchs an der Eingansecke befallen. Nach zwei, drei Tagen aufmerksamer Beobachtung, ob Vögel a) im Buchs nisten und/oder b) die Zünslerraupen fressen (beides war da nicht der Fall) hatte ich damals bei Beginn eines stärkeren Regenfalls einen vollen Aschenbecher mit Zigarettenkippen in und über den betreffenden Buchs gekippt. 

Der Regen hat das Nikotin schön im Buchs verteilt und das war´s dann mit den Raupen. Der Buchs hat sich schnell erholt und neu durchgetrieben.

Jahre später hab ich immer mal wieder einzelne, erwachsene Schmetterlinge dieser Gattung (https://de.wikipedia.org/wiki/Buchsbaumzünsler) herumfliegen sehen aber keine Fraßschäden durch Raupen mehr entdeckt. Stattdessen Vögel, die sie gefressen haben. 

Die Buchse im Hausgarten werden zwecks Prophylaxe zudem regelmäßig innen abgeduscht wenn ich eh per Schlauch gießen muß. Im Winterhalbjahr stäube ich sie ein-, zweimal mit Holzasche aus dem Kamin ein. Das scheinen sie auch zu mögen (Holzasche enthält m. W. Kalium).

Die Natur läßt keine Ressource lange ungenutzt und es gibt inzwischen viele weitere Beobachtungen von Vögeln, die die Nahrungsquelle Buchszünsler-Raupen nutzen. Die grandiose Evolution ist immer noch im Gange und mit ihr ständige Anpassungen von Organismen, Pflanzen und Tieren an veränderte Bedingungen. Es gibt also keinen Grund, wertvolle, alte Kulturpflanzen zu eliminieren.

Wer seine Buchse gesund erhalten möchte, sollte sie mit ausreichendem Abstand (nicht als Hecke!) in nahrhaften Boden pflanzen, so selten wie möglich schneiden (Schnittwunden können zu Eintrittspforten für Krankheitserreger wie C. buxicola werden) und nach eventueller Umpflanzung mindestens ein Jahr lang regelmäßig durchdringend wässern.

Durstende und hungernde, eng ineinander gesetzte Pflanzen, die in praller Sonne und armem Boden immer wieder zusammen-gestutzt werden, *können* fast nur krank werden weil diese Art der Haltung komplett ihrem natürlichen Verhalten widerspricht. - Buchse als Solitäre (oder mit zumindest größeren Abständen) unter geeigneteren Bedingungen können sooo wunderschön sein! Diese Chance haben die Pflanzen m. E. unbedingt verdient.

Auch aus anderen Gründen "kaputte" Buchse (häufig durch Trockenschäden weil mancher meint, "Grün-Deko" brauche nicht gegossen zu werden^^) können sich regenerieren wenn man sie (notfalls komplett, ansonsten bis dahin, wo noch was grün ist) zurückschneidet und nicht nochmal durchtrocknen läßt. 


Auf der anderen Seite der Gartentür-Terrasse blüht es zur Zeit grade wieder sehr üppig.


Zu den Haupt-Beteiligten gehören u. a. Winchester Cathedral...


...und Perfume Flower Circus. Dieses Exemplar hier ist die alte Pflanze aus dem Ex-Park. Die letztes Jahr gepflanzten Neuen sind noch nicht ganz so groß. Diese Sorte ist übrigens auch eine für Duftsüchtige.



Sorten mit Duftsucht-Potential stehen u. a. auch im lila Beet. Die (für diesen Platz zu hohe) etikett-lose TH in der Mitte gehört dazu...


...Hier erkennt man den Kandelaber-artigen Aufbau ihrer knospigen Blütentriebe und daß sich die erste Blüte immer im mittleren, unteren Bereich dieser Triebe öffnet. - Vielleicht hat ja jemand eine Idee dazu?


Bei diesem Farbvergleich ist oben eine Blüte der unbekannten Morbidfarbenen zu sehen (zu der komme ich gleich), rechts das frische Rosa einer "Mistress Ordinaire"-Blüte und vorne eine Blüte der zuvor gezeigten, unbekannten TH (?) mit den "Kandelaber"-Blütentrieben. 

Im geöffnten Zustand sind bei allen Dreien die Staubgefäße zu erkennen. 


So sieht die etwas kleinere, "unbekannte Morbidfarbene" im Beet aus und auch sie duftet sehr intensiv. Es müßte sich bei ihr ebenfalls um eine moderne Sorte handeln, möglicherweise von Myroses. Falls jemandem was zu einer dieser (noch) Unbekannten einfällt würde ich mich ebenfalls sehr freuen.  


Eine Blüte der alten Lilac Rose-Pflanze, die momentan zu beengt steht.


Lila Wunder, eine (von vielen) Myroses-Rosenspenden für den Ex-Park.


Ozeana (ganz links), deren duftende, aber recht pinkige Blüten ich mal wieder verpasst hatte, und (in der Mitte) Charles Rennie Mackintosh.

Die teils geretteten, größtenteils (Sign of Leo!) geschenkten Iris barbata haben sich, wie man sieht, etwas zu gut etabliert. Einen Teil davon hatte ich nach der Blüte schon auf die Südseite verpflanzt, ein weiterer Teil soll auf das Rocco-Beet umziehen. Ich fürchte aber, daß auch da nicht alle drauf passen, die (nicht nur) aus dem lila Beet weg müssen weil sie die Rosen zu sehr bedrängen. Schaumermal...

Auch die Rosen müssen in großen Teilen nochmal umziehen: Einige der anfänglichen Mickerlinge haben sich schon fast zu Großsträuchern entwickelt und sind jetzt zu hoch für den vorderen Bereich. Andere, die von Anfang an in besserem Zustand waren (und deshalb weiter hinten gepflanzt wurden), sind aber offensichtlich weniger starkwüchsig und müssen darum weiter nach vorne. Da steht ein größerer, herbstlicher Plätzetausch bevor. 


Tadaaa! - Nachblüte von Sign of Leo mit sogar zwei Blütentrieben (der knospige ist ganz rechts zu sehen). Die geschenkten Rhizome dieser wunderschönen und remontier-fähigen Bart Iris-Sorte hatte ich im gesamten lila Beet verteilt und sie sind - hurra! - alle angewachsen. 

Links vor Sign of Leo erkennt man eine Blüte der unbekannten "kugelig mit starkem Duft", die auch noch ihrer Wieder-Zuordnung harrt. 


Diese öfterblühende Multiflora/Polyantha aus den USA heißt Vineyard Song und steht in der Beetmitte genau richtig...


...Das ehemals kleine, bewurzelte Stecklingspflänzchen war vor drei, vier Jahren ein Geschenk aus dem Rheinland (liebe Grüße!) und hat sich inzwischen zu einem veritablen Strauch entwickelt. Hier sieht man seine samtigen Blütchen aus größerer Nähe.


Das lila Beet mit Perle d´Amour (ganz links) im Hintergrund. Ihr Engelsblut-Weißrosa passt perfekt zu "bläulichen" Rosenfarben. 


An der nördlichen Seite des lila Beets steht eine weitere Pflanze von Perfume Flower Circus. - Ich muß zwecks Mahnung und Abschreckung gestehen, daß ich nach langer Suche vorletzten Herbst eine Quelle für diese Sorte in Polen ausfindig gemacht hatte und dort um die acht, neun Exemplare ergattern konnte. Eine sollte in den Hausgarten, eine weitere in den Ex-Park und den Rest wollte ich im folgenden Sommer getopft verkaufen

- Die Gier war dann aber so groß, daß ich mindestens die Hälfte davon behalten, bzw. bei der Parkauflösung in den Haus-/neuen blauen Garten verpflanzt habe. Soweit kann Duftsucht gehen...


Dasselbe Motiv aus etwas größerem Abstand. Jetzt kann man rechts vorne die "einjährigen" Pflänzchen sehen, die ich vor ein paar Jahren mal ausgesät hatte (Steinkraut?) und die seitdem in leicht variierenden Farbtönen (das silbrige Hell-Lila gefällt mir besonders gut) jedes Jahr zuverlässig von selbst wiederkommen... 


...Duften tun sie auch und wo´s zu dicht wird lassen sie sich problemlos verpflanzen. Die paar Cent für eine Samentüte waren eine wirklich nachhaltige Investition. 

Gefreut hatte ich mich auch über das rote Melde-Pflänzchen, das wohl als blinder Passagier mit einer evakuierten Pflanze aus dem Ex-Park eingewandert war (da gab es früher viele davon im roten Beet). Ob die Freude nächstes Jahr genauso groß ist, wenn es sich dutzendfach versamt hat, ist eher ungewiß. Die Saat habe ich deshalb vorgestern lieber entfernt. 

- Drei stehen noch auf meiner Liste, dann folgen nach einer kleinen Pause (es regnet grade nicht) noch ein paar der vielen Fotos, die Piet im Lauf der letzten Tage und Wochen fotografiert hat...


Nochmal Parole mit Blue Paradise und Hibiskus.


Die Pavillon-Kübel und die rote TH aus der anderen Richtung. 


Zum Abschluß eins, das ich mit dem Wunsch verbinden möchte, daß alle direkten und indirekten Opfer des heutigen Gedenk-Anlasses im Licht sein mögen.


- Jetzt gibt´s noch einige Fotos von Piet...


Die dunklen Gladiolen in Vollblüte.


Phlox Blue Paradise mit Veronica longifolia/langblättrigem Ehrenpreis.


Der Hibiskus auf der Südseite...


...und eine Einzelblüte davon.


Sharifa Asma


Die Clematis auf dem Bogen an der Südseite.


Munstead Wood auf der Südseite.


Eine Gladiole am südlichen Zaun.


Clematis durandii


Climbing Crimson Glory


Die Phloxe Düsterlohe (links, abblühend) und Hesperis (rechts, aufblühend)


Bartnelken


Burgundy Ice-Blüte mit Bartnelken.


Clematis Arabella an der Nordost-Ecke.


Indigo-Blüten an der Nordost-Ecke



Die Munstead Wood-Pflanze auf dem Fisch-Hügelchen. Der Bereich drum herum wird grade etwas verändert und für Blumenzwiebeln vorbereitet. 


Clematis am Fischbeet-Zaun


Tradescant


Lagerfeld


Souvenir de Mme Auguste Charles


"Sonnenschein-Phlox" und Gladiolen







Ascot


Überblick vom Südost-Hügelchen aus. 

Die Topfreihe an der Seite der Wiese beinhaltet einen Teil der Abgabe-Stauden. Wer welche haben möchte, kann per mail (-Adresse im Impressum) einen Abholtermin ausmachen. 


Katie´s Rose


Geranium Rozanne mit Phlox-Sämling


Aribau


Schneewittchen


Überblick über den mittleren Bereich


Dahlie Loretta


Ein weitere, namenlose TH aus dem aufgelösten Garten in Lübeck. Sie duftet sehr intensiv, blüht aber leider manchmal rein-rot auf.



 Aster x frikartii Mönch


Blüten vom Hibiskus an der Wäsche-Terrasse


Munstead Wood und "Sonnenschein-Phlox" im Fisch-Beet


Einzelblüte von Anemone japonica Honorine Jobert


Othello


Einige Rosen aus dem lila Beet:


Arbeitsname "blaues Schild, evtl. von Jutta?"


eventuell Nimbus


nochmal eventuell Nimbus (das Foto ist zu schön)


Gletscher


Mom (für Stina)


Ein Storch auf dem Nachbardach. Zwei Häuser weiter ist das Nest.


Ganz zum Schluß noch Wolken über der benachbarten Koppel.


Viele Liebe Grüße,

Raphaela


Nous sommes Donbass!

Heimatliebe ist kein Verbrechen.

Free Julian Assange!


********************** Vorsicht! Nicht-Gärtnerisches ************************

Sollte man wissen:

https://www.achgut.com/artikel/biontech_erfolg_freie_marktwirtschaft_oder_staatlicher_geldschirm

Das hier m. E. auch (gefunden in einem Kommentar beim Freitag):

https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/gates-rockefeller-who/

Sollte man ebenfalls bedenken:

https://www.achgut.com/artikel/corona_juristischer_zivilisationsbruch

- Meine Wahlempfehlung stimmt übrigens mit meiner Lieblingsfarbe überein: BLAU.

"Es ist vielmehr so, daß der einfache Mensch, der Mann auf der Straße, dem wir täglich und überall begegnen, die Lage besser erfaßt hat als alle Regierungen und alle Theoretiker. Das beruht darauf, daß in ihm immer noch die Spuren eines Wissens leben, das tiefer reicht als die Gemeinplätze der Zeit. Daher kommt es, daß auf Konferenzen und Kongressen Beschlüsse gefaßt werden, die viel dümmer und gefährlicher sind, als es der Schiedsspruch des Nächsten, Besten wäre, den man aus einer Straßenbahn herauszöge"

 Ernst Jünger - Der Waldgang

gefunden in einem Leserkommentar zu diesem Text:

https://sezession.de/64814/wirklichkeit-und-weltordnung-antwort-auf-martin-sellner 

- immer lesenswert.

Auch sehr lesens- und bedenkenswert:

https://www.achgut.com/artikel/der_great_reset_kommt_in_den_wohnzimmern_an

Es soll bitte demnächst keiner sagen, er hätte es ja nicht wissen können:

https://www.achgut.com/artikel/bescherung_energiekrise_und_inflation_wie_bestellt_so_geliefert

dito:

https://www.achgut.com/artikel/die_qual_nach_der_wahl

Auch davon haben (zu) viele noch nichts mitbekommen:

https://www.achgut.com/artikel/wikipedia_die_woke_transformation_von_wissen

Zitat (von George Orwell aus "1984") daraus:

"Jede Aufzeichnung wurde vernichtet oder verfälscht, jedes Buch überholt, jedes Bild übermalt, jedes Denkmal, jede Straße und jedes Gebäude umbenannt, jedes Datum geändert. Und dieses Verfahren geht von Tag zu Tag und von Minute zu Minute weiter. Die Geschichte hat aufgehört zu existieren. Es gibt nur eine endlose Gegenwart, in der die Partei immer recht hat."

- Vielleicht interessieren auch einige der Leser dieses Blogs die Antworten auf Fragen eines Teilnehmers zum Thema Russland, die mir im Blog von Don Alphonso (rebellmarkt) gestellt wurden:

" Fangen wir mit dem letzten Teil an, obwohl er in erster Linie die UdSSR betrifft und (noch) nicht Russland:

Der Angriff im WWII war nicht der erste, der aus westlicher Richtung erfolgte, und große Verluste und Schäden verursachte.

Interesse und Bedarf an einer geschichtlich begründeten Vorfeld-Sicherung sind für mich von daher sehr verständlich.

Die UdSSR hatte bei diesem Krieg wiederum die höchsten Verluste bei Soldaten und Zivilbevölkerung. Auch für die relativ kurz zuvor begonnenen Industrialisierungs-Anstrengungen war dieser erneute Angriffskrieg nicht förderlich.

Im Gegensatz zu den USA, deren Wirtschaft danach einen Aufschwung erlebte, konnte die UdSSR daher nicht auf sofortige Reparationen verzichten und demontierte in ihrem Einflußbereich daher alles, was möglich war.

Die USA waren relativ spät "eingestiegen" und schickten erst eigene Bodentruppen, als sich der Sieg der UdSSR gegen Nazi-Deutschland abzeichnete.

Es gab Pläne/Ideen dazu, die restlichen, deutschen Truppen unter US-Kommando zu sammeln und gegen die UdSSR einzusetzen: Der Hauptfeind blieb die meiste Zeit über (wenn nicht die ganze) der Kommunismus.

Das war auch der Hauptgrund, den zeitweise für Deutschland nach der Niederlage in Betracht gezogenen Morgenthau-Plan nicht umzusetzen (aus heutiger Sicht könnte man meinen: ihn stattdessen zu verschieben).

Die Trennung Deutschlands, die Rettung West-Berlins, die schnelle Wiedererrichtung einer Armee und von west-deutschen Geheimdiensten (beides unter Verwendung von Nazi-Personal) sowie die Wiederaufbau-Hilfen waren von daher strategisch Maßnahmen:

West-Deutschland sollte militärisches Aufmarschgebiet gegen die UdSSR bleiben (bzw. unter atlantischer/gloalistischer Herrschaft noch intensiver dazu werden) und zusätzlich ein "Schaufenster" in Form eines Konsumparadieses mit westlichen Freiheiten als PR-Projekt gegenüber dem Ostblock.

Das Angebot der UdSSR, das Land ungeteilt zu lassen, wenn es sich zur Neutralität bekennt, galt nicht nur gegenüber Österreich sondern auch für Deutschland.

Die Österreicher sind mit dessen Annahme m. E. ganz gut gefahren, in West-Deutschland dagegen wurde es lange Zeit mehr oder weniger geheim gehalten.

Von Adenauer z. B., einem Atlantiker der ersten Stunde, ist der Spruch überliefert er wolle "lieber ein halbes Deutschland ganz als ein ganzes Deutschland halb".

So kam es, daß der Westteil einerseits Starthilfe (die "Investitionskosten" wurden - und werden m. W. immer noch - zurückgezahlt) zum Aufbau eines verführerischen Glitzerparadies bekam und andererseits zur völligen Vernichtung inform des Haupt-Austragungsort eines (auch Atom-) Kriegs gegen den Ostblock eingeplant war.

Auch hier ging es also nie um "Demokratie und Menschenrechte".

Dann kam die Wende, der Ostblock brach auseinander und Fukuiama (hieß der so?) propagierte "Das Ende der Geschichte": Der goldene Westen hatte gesiegt und einer vereinigten Weltregierung unter seiner Führung stand nichts mehr entgegen, hurra!

Die größten Vorbehalte gegen die Wiedervereinigung Deutschlands gab es m. E. n. in Frankreich und dem UK. Die (damals noch) UdSSR, dann Russland stimmte/n als Erste zu.

Gegen das Versprechen, militärisch nicht näher an die Grenzen Russlands heran zu rücken (...) zog die UdSSR, bzw. zog Russland dann alles Militär und alle Waffen aus dem ehemals ostdeutschen Teil ab.

Die Rolle (West-)Deutschlands als Schaufenster ("seht her wie gut es euch allen bei uns gehen würde) war mit dem Untergang des gegnerischen Wirtschaftssystems obsolet geworden, Deutschland stattdessen zu einem potentiellen, wirtschaftlichen Konkurrenten.

Die Atlantiker/Globalisten begegneten dieser Gefahr einerseits mit noch stärkerer Überwachung und Abschöpfung wissenschaftlicher/technischer Entdeckungen (bei Danisch z. B. kann man das exemplarisch zur Entwicklung von Krypto-Telefonen nachlesen), andererseits durch die Sicherstellung fortgesetzter "Atlantiktreue"durch entsprechende Beeinflussung und Auswahl auch zukünftiger Eliten aller relevanten Gesellschaftsbereiche.

- Das war jetzt eine grobe Kurzfassung der Ereignisse in und um Deutschland nach WWII.

Erstaunlich finde ich, daß das eine oder andere davon bisher immer noch nicht zur Kenntnis einer größeren, westlichen Öffentlichkeit gelangt ist. - Andererseits wundert es mich auch wieder nicht.

"UK als wichtigerer Gegner für Russland als die USA":

Bevor die USA als Flaggschiff der Globalisten okkupiert und instrumentalisiert wurden (um die Interessen der USA als Nation, geschweige die von deren Bevölkerung ging es nie) war es das UK (für das dasselbe gilt).

Es deutet einiges darauf hin, daß die "City of London" immer noch das globalistische Machtzentrum ist.

Die Hauptgefahr für Russland sind die Globalisten, keine Nation.

"Begeisterung für Russland vieler Deutscher":

Ein großer Teil der russischen Bevölkerung hat es unter schwierigsten Bedingungen geschafft, sich selbst treu zu bleiben. Das Eigene nicht aufzugeben und erst recht nicht (wie viele/die meisten westlichen Gesellschaften) komplett zu entsorgen.

Diese Menschen haben erkannt (ob rational oder intuitiv spielt keine Rolle), daß man niemals "man selbst" sein kann, wenn man die eigene Geschichte, Sprache, Kultur sowie die Leistungen seiner Vorfahren mißachtet und verwirft.

Sie haben es, zusammen mit ihrer Regierung, geschafft, eine Synthese aller *guten* Aspekte der jeweiligen und extrem gegensätzlichen Aspekte ihrer Geschichte zu erkennen und zu bilden um daraus Kraft zu schöpfen. Auf der national-gemeinschaftlichen wie auf der individuell-familiären Ebene.

Von den UdSSR-Zeiten, insbesondere denen des Stalinismus, haben sie die ungeheure Gemeinschaftsleistung der schnellen Industrialisierung, der Bewältigung der extremen Härten und Verluste des großen, vaterländischen Krieges, die gemeinsame Entwicklung verschiedener Ethnien zu einem "Wir", die wissenschaftlichen, technischen und militärischen Errungenschaften unter schwierigsten Bedingungen und die Kreativität, unter Repression und Überlebens-Problemen aller Art doch immer wieder Lösungen zu finden, in ehrenvoller und nutzbringender Erinnerung - und damit *lebendig* - be-/erhalten.

Aus der Zarenzeit u. a. die kulturellen und handwerklichen Errungenschaften sowie den Stolz auf Eroberungen und Prachtentfaltung einer starken Nation.

Ihre Spiritualität und ihre Werte beziehen sich einerseits auf ihre Liebe und Nähe zur Natur, andererseits, ob direkt oder indirekt, auf die des russisch-orthodoxen Christentums.

Diese Menschen weigern sich mit slawischer Beharrlichkeit, die Verbundenheit mit dem Eigenen, ihren Vorfahren, ihrer Sprache, ihrer (teils sehr widersprüchlichen) Geschichte und Kultur aufzugeben.

Sie wollen (und werden) keine bindungs- und heimatlosen "Irgendwos" werden, sie lassen ihre Wurzeln nicht kappen.

Weil ich mir das auch für Deutschland wünsche, bewundere ich u. a. diejenigen Russen, die das verwirklichen statt sich zu "individualistischen" Staubkörnchen zermahlen zu lassen. Und ich freue mich *sehr*, daß es Völker und Regierungen gibt, die sich auf diese Weise den Globalisten widersetzen: Sie sind für mich ein Lichtschein am ansonsten recht finsteren Horizont.


- Wie "frei" und "demokratisch" es in westlichen Ländern zugeht, kann man u. a. aus diesem Aufruf ersehen, dem ich mich gerne anschließe:

"Sehr geehrte Damen und Herren

 YouTube will die Aktion #allesaufdentisch offenbar komplett löschen! – Auch „Die Achse des Guten" ist erneut betroffen.

Trotz gerichtlicher Verbote werden weiter Videos zensiert.

Die Initiatoren von „AllesaufdenTisch", der Nachfolgeaktion von #allesdichtmachen, Volker Bruch („Tatort", "Berlin Babylon") und Jeana Paraschiva, sind alarmiert: „Wir versuchen, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Das ist Demokratie. Unsere Stimmen auszulöschen, ist das traurige Gegenteil davon."

Auch der Anwalt der Künstler hat sich "Bild" zufolge bereits zum Vorgehen Youtubes geäußert. Demnach spricht der Jurist von einer neuen „Dimension des Rechtsbruchs durch Youtube". „Legitime Stimmen" würden „eiskalt zum Schweigen gebracht", so Steinhöfel.

„Meinungsfreiheit im Netz" (https://meinungsfreiheit.steinhoefel.de/ueber/) für die Rechtsverteidigung der Aktion "#allesaufdentisch" (https://www.allesaufdentisch.tv), wehrt sich gegen die rechtswidrigen Löschungen von Videos und gegen die drohende Kanallöschung. Und bittet hier um Ihre Unterstützung.

Ziel der Initiative #allesaufdentisch ist es, "einen breitgefächerten, faktenbasierten, offenen und sachlichen Diskurs und auch eine ebensolche Auseinandersetzung mit den Videos" anzustoßen. Denn: Viele Experten und Expertinnen "wurden bisher in der öffentlichen Corona-Debatte nicht gehört."

Die von YouTube in der ersten Runde wegen angeblicher "medizinischer Fehlinformationen" gelöschten Videos, die keine medizinischen Fehlinformationen enthalten und auch sonst nicht zu beanstanden sind, sind "Angst #allesaufdentisch" und "Inzidenz #allesaufdentisch". Einer der weltweit renommiertesten Wissenschaftler überhaupt, Professor John Ioannidis aus Stanford, kritisierte erst im September, daß Big Tech, also Facebook, Google, YouTube usw. wegen der Pandemie enorme Wertzuwächse an den Börsen erzielten und gleichzeitig eine mächtige Zensurmaschinerie entwickelten, um die der Öffentlichkeit zugänglichen Informationen zu manipulieren (ons/sciencewww.tabletmag.com/secti/articles/pandemic-science - Google läßt mich den Link nicht aktivieren). Hier sehen wir ein Beispiel dafür, eine neue Dimension des Rechtsbruchs durch YouTube.

Nur vier Stunden nach Einreichung der Anträge auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung erließ die Pressekammer des Landgerichts Köln am 11.10.2021 antragsgemäß die von uns beantragten einstweiligen Verfügungen gegen YouTube, LG Köln 28 O 350/21 und 28 O 351/21.

Aber: YouTube macht einfach weiter.

Der „Spiegel" berichtet am 13.10.2021: „Die Videoplattform YouTube scheint bisher keine klare Linie im Umgang mit der umstrittenen Aktion #allesaufdentisch gefunden zu haben. Ein YouTube-Sprecher bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Mittwochabend, dass zwei weitere Videos von #allesaufdentisch gelöscht wurden."

Das ist zutreffend. Wie erratisch YouTube reagiert, mag man daran ablesen, dass das Unternehmen das Video „Angst" bei #allesaufdentisch wiederherstellte, es zwei Tage später aber auf dem eigenen Kanal von Dr. Hüther erneut löschte und dessen Beschwerde zurückwies. Dr. Hüther ist Gesprächspartner in dem Video „Angst".

Auch gegen diese neuerlichen Löschungen geht die Initiative gerichtlich vor. YouTube verteidigt sich jetzt mit umfangreichen Schriftsätzen. Geht es nach dem IT-Riesen sollen u.a. Videos verboten werden, die in einem 30minütigen Interview in einem Satz Medikamente erwähnen, die das – staatliche – RKI nicht billigt. Die aber in Deutschland zugelassen sind und mit denen weltweit derzeit 81 wissenschaftliche Studien in Zusammenhang mit Covid19 laufen! Geht es nach YouTube, sähen wir das Ende jeder wissenschaftlichen Debatte. Die Meinungsfreiheit dient auch und vor allem der Machtkritik. Sie muss angst- und sanktionsfrei ausgeübt werden können. YouTube gibt hier in seinen Richtlinien vor nur zu sagen, was der Staat erlaubt.

Bitte unterstützen Sie die Initiative in dieser Sache. Hier geht es um weit mehr als die Löschung einzelner Inhalte. Hier geht es um die Frage, ob demokratisch nicht legitimierte Monopolisten die Meinungsfreiheit und Grundprinzipien der Wissenschaft aushebeln dürfen, wenn diese staatlichen und behördlichen Vorgaben zuwiderlaufen.

Über die Initiative: Die „Meinungsfreiheit im Netz" soll mit Hilfe der Gerichte gegen die Zensur-, Sperr- und Einschüchterungsversuche der sozialen Medien verteidigt werden. Einen Überblick über die geführten Verfahren und die zahlreichen, richtungweisenden Erfolge finden Sie hier: https://meinungsfreiheit.steinhoefel.de/aktuelles/

PS: Soeben löschte YouTube – rechtswidrig - Videos auf dem Kanal der „Achse des Guten" (https://www.youtube.com/c/AchgutPogo) und den ebenfalls dort erscheinenden Podcast „Indubio" von dem Kanal seines Moderators Burkhard Müller-Ulrich (BMU). Für BMU werden wir dann – erstmals – auch in der Schweiz vorgehen müssen und auch dort hoffentlich weitere richtungsweisende Entscheidungen herbeiführen.

Dank und mit Ihrer Hilfe.

Henryk M. Broder und Joachim Nikolaus Steinhöfel "