Dienstag, 4. Februar 2020

Die letzte Saison



Ein Bild vom Multiflora Beet von 2017.
Schwelgen wir nochmal in Erinnerungen, denn 2020 ist das letzte Jahr des 
l´âge bleu Rosenparks. Der Pachtvertrag wurde zum 31.12. aus betrieblichen Gründen gekündigt.

Aktualisierung (23.3.): 
Ab sofort gelten weitere Einschränkungen im Zuge der Corona-Krise: Besuche zum Pflanzenabholen, -reservieren und/oder -kaufen sind nur nach Anmeldung per mail oder telefonisch möglich. Ich achte darauf, daß nur wenige Pflanzenabnehmer gleichzeitig da sind und diese dann (auch zu mir) die erforderlichen Abstände einhalten.
Die Begrenzung auf nur zwei Personen ist aber nicht immer möglich, da für manche Pflanzen schon zwei Leute zum Ausgraben nötig sind. 
Daher nehme ich für diese Fälle die Sonderregelung "dringende berufliche Gründe" in Anspruch: Das Gewerbe bleibt ja bis Ende des Jahres bestehen und der Transfer der Pflanzen an sichere Plätze IST ein "dringender beruflicher Grund".

Gute Nachricht: Auch die meisten Koniferen sind jetzt, ebenso wie die Ilexe, Buchse und die meisten Eiben, für den Herbst zum Ausbaggern vor-reserviert. 

(Der Stauden- und Rosenmarkt am 11.4.2020 ist auf Grund der aktuellen Allgemeinverfügungen zur Bekämpfung des Corona Virus abgesagt. 
Da auch alle öffentlichen und privaten Versammlungen untersagt sind, ist ein Besuch des Parks ausschließlich als private Führung nach Voranmeldung und mit maximal 4 Personen möglich. Bitte haben Sie Verständnis. Unser aller Gesundheit geht vor! Ob die geplanten Veranstaltungen an allen Juni Wochenenden durchgeführt werden können, ist nach derzeitigem Stand leider nicht absehbar. Im Moment bleiben diese Termine jedoch bestehen.)

Viele Rosen und andere Pflanzen sind schon reserviert *, andere werden noch für den Sommerverkauf getopft und/oder für die Sicherung für spezielle Sammlungen. 
Daher dürfen nur solche Pflanzen ausgegraben werden, für die es eine ausdrückliche Erlaubnis und Zuweisung gibt. Zuwiderhandlungen werden sanktioniert.

Für das Selbst-Ausgraben von genehmigten Pflanzen gelten folgende Modalitäten:

Pflanzen werden nur in Absprache und in meiner Anwesenheit ausgegraben.
Dabei darf es auf keinen Fall zu Kollateralschäden, z. B. an Nachbarpflanzen kommen.

Die Folie um den Grabebereich muß vorher ein Stück zur Seite gerollt werden, Erde darf unter keinen Umständen auf der Folie landen. Daher muß sie gesondert zwischengelagert werden. 

Zum Abtransport von Pflanzen bitte Müllsäcke o. ä. mitbringen damit keine Erdreste auf den Mulchwegen landen.

Nach dem Ausgraben einer Großpflanze erwarte ich, daß der gesamte Erdaushub wieder in´s Pflanzloch gegeben und (auch an den Rändern)  geglättet wird. 
Die Folie soll dann bitte anschließend wieder glatt gezogen und (z. B. mit Holzstückchen) befestigt werden, damit sie nicht hoch- oder wegfliegt. 

Rückschnittholz bitte an Sammelplätzen ablegen: Wenn überall kleine Stapel verteilt sind, wird dadurch die Schredderarbeit für Piet weiter erschwert (er hat dieses Jahr damit eh mehr als genug zu tun). 

Werkzeug (Astsäge, Spaten, Schubkarre, bei Großpflanzen ein Pickel o. ä.) muß selbst mitgebracht werden. Etiketten und wasserfeste (Filz- o. ä.) Stifte zur Beschriftung ausgegrabener Pflanzen ebenfalls. 

- Der Park soll in dieser letzten Saison nochmal so schön und ordentlich wie möglich aussehen. Chaos und Zusatzarbeit sind das Allerletzte, was ich dieses Jahr brauchen kann. 




Einige Rosengruppen/-klassen (wie u. a. die Damaszener auf diesem Foto) haben für den Herbst schon ein neues Zuhause in Aussicht. Sie ziehen hierhin um: https://rosen-kultur.de/index.html und können dann dort besucht werden.

Aktualisierung (27.2.): 
Inzwischen haben auch die Laubengang-Rambler (privat) und die Moos Rosen, Centifolien, großen Bourbon Hybriden sowie einige Albas ab Herbst ein neues Zuhause in Aussicht. Letztere zusammen und jeweils als Gruppe in einem anderen Rosenpark, wo sie öffentlich zugänglich sein werden (Details folgen).  Mindestens zwanzig mittelgroße und große Buchse dürfen dann auch dorthin mit umziehen :-)

Aktualisierung (29.2.): 
Auch die Gallicas dürfen zusammenbleiben. Nach der Blüte bekommen sie, zusammen mit einer Gruppe öfterblühender Rosen und weiteren Buchsen u. a.,  einen schönen Platz auf einem Gut :-)

Inzwischen sind auch ALLE Buchse sowie ein Teil der Eiben für den Herbst reserviert. 
Übrig/noch nicht reserviert sind von den Immergrünen jetzt fast nur noch die ganz großen Koniferen: Die Kleinen und Mittelgroßen sowie die Ilexe ziehen demnächst nach Sachsen-Anhalt um. 

Die imposanten, großen, sommerblühenden, nicht-gelben Wildrosen, weitere Buchse und Großsträucher werden im Herbst gute Plätze in einem Gutsgarten im Nachbardorf finden :-) 

Einige besonders seltene Wildrosen (oder Ausläufer davon) können evtl. in einem Botanischen Garten unterkommen (prophylaktisch reserviert sind sie dafür schon). Das entscheidet sich Anfang Juni.

- Heute Nacht werde ich schon wesentlich ruhiger schlafen...

Aktualisierung (4.3.):
Jetzt ist auch schon der größte Teil des Rests der öfter- und sommerblühenden Rosen reserviert, die über den Sommer noch stehenbleiben sollen: Eine Gemeinde, ein Kinder-Projekt und ein Museum haben Plätze für sie angeboten und werden sie im Herbst abholen kommen. 
Dazu ein großer Teil der Stauden. 

Ich freue mich über das überwältigende Interesse :-)

Traurig ist dagegen, daß es Menschen gibt, die skrupellos genug sind, dringend benötigte 7-Liter-Rosen-Container zu stehlen (ca. 50 Stück vom Knick) :-(
Das Topfen verzögert sich dadurch bis die bestellten Neuen da sind.
- Kurz-Visiten zu ungewöhnlichen Zeiten, mit Taschenlampe, Verteidigungsmittel und Hund scheinen leider nötig zu sein (und der Hund kann tatsächlich beißen!).

Jemand anders hatte dagegen vor ca. zwei Wochen Rosen-Container per Post geschickt: Danke, Claudia! :-)

Aktualisierung (9.3.):
Momentan bremse ich Interessenten etwas ab. Das hat damit zu tun, daß ein großer Teil der Rosen (sowie alle Buchse) im vorderen Bereich schon reserviert, und der hintere Teil immer noch nicht zugänglich ist (bevor die kleinen Rosen nicht evakuiert sind, trampelt da niemand rum).

Leider hat es auch damit zu tun, daß sich manche Leute verhalten, als ob der Rosenpark "zur Plünderung freigegeben" wäre, sich nicht an Absprachen halten, einfach irgendwelche Pflanzen ausgraben, Chaos hinterlassen und/oder trotz Hinweis auf Nicht-Befahrbarkeit die Parkfläche zerwühlen (das alles bedeutet mehr Arbeit für die wenigen Helfer und mich).

Die meisten verhalten sich Pflanzen und Anweisungen gegenüber respektvoll. Es tut mir leid, daß diese von mir zur Zeit vielleicht ebenfalls etwas harsch und genervt mit-adressiert werden :-/

Noch was: Die Sommertermine haben wir wegen der zu erwartenden früheren Blüte jetzt allesamt in den Juni verlegt (Details unter "Veranstaltungen").

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Im vorderen und mittleren Bereich bleiben einige (aufgeräumte) Beete bis Juli weitgehend erhalten damit die Sommerbesucher sie nochmal blühen sehen können.

Die betreffenden (überwiegend mittelgroßen) Rosen werden zum größten Teil erst ab Anfang Juli gerodet und können dann ab September getopft ihren neuen Besitzern übergeben werden (bzw. werden im September/Oktober wurzelnackt abgeholt). 
Das betrifft das Portland- , TH-, Creme-, Walküre-, die beiden Remontant- und pinkroten Beete. 

Die zukünftigen Besitzer der sommerblühenden, historischen Rosen sowie der Rugosas haben sich freundlicherweise bereit erklärt, diese ebenfalls erst nach der Blüte auszugraben, bzw. ausgraben zu lassen. 
Auch der neue Besitzer der Laubengang-Rambler wird erst ab September mit deren Rodung beginnen.

- Es gibt im Sommer also noch eine größere Menge blühender Rosen zu sehen. Dafür möchte ich den neuen Rosenbesitzern ganz herzlich danken! :-)

Ausläufer und/oder doppelt vorhandene Exemplare dieser Gruppen können bis dahin noch vermittelt werden (langsam wird die Auswahl aber sehr knapp). 




Von den Bourbon-Rosen habe ich schon ein paar doppelt vorhandene (zurück) in den Hausgarten geholt. Der wird aktuell umgebaut: Zurück von "pflegeleicht" in einen Sammlergarten, damit wenigstens ein paar wenige, besondere Lieblinge wieder darin Platz finden. 

Zwei Fragen werden mir zur Zeit oft gestellt, die erste lautet: Bin ich böse auf den Verpächter?
Nein, bin ich nicht: Mittelständische Landwirtschaftsbetriebe stehen unter zunehmendem Druck. Nicht zuletzt auch durch Industrie-Betriebe, die höhere Pachtpreise zahlen können (oder das Land für "Bio"-/"Energie"pflanzen gleich aufkaufen). Sowie durch den grassierenden Bauwahn, der immer mehr landwirtschaftliche Flächen vernichtet. 

Kollateralschäden wie z. B. der Rosenpark, Natur-/Rückzugsgebiete bedrohter Tierarten generell sowie der Fortbestand mittelständischer Landwirtschaft sind politisch verursacht und "eingepreist". Daher sehe ich hinter der Pachtvertragskündigung keinerlei böse Absicht (vermute eher leichtes Bedauern) sondern Sachzwänge.

Die zweite Frage lautet: Warum kämpfst du nicht um den Rosenpark? 
- Weil es sinnlos ist (siehe oben). Weil ich in diesem Leben schon genug Kämpfe ausgefochten habe (einige erfolgreich, andere nicht) und jetzt einfach Ruhe (und endlich mal Langeweile) möchte.



Die aktuelle Aufgabe heißt also nicht "Kampf gegen Windmühlen" sondern "ein neues, sicheres, dauerhaftes Zuhause für möglichst ALLE Pflanzen finden". 
Und den Rückbau ordentlich (was u. a. auch bedeutet: fast komplett, der Teich ist ein Sonderthema), diszipliniert und (ja, auch das) würdevoll umzusetzen. 

Dafür gibt es einen Plan:

Im Laufe des Februar und März sollen schon so viele Großpflanzen wie möglich umziehen. 

Ab März fange ich an, seltene Rosen für die Weitergabe an Sammler (oder ein eigenes, neues Projekt, wer weiß) zu topfen und sicher zu lagern (auch dafür wird der Hausgarten nochmal umgestaltet).

Nicht-seltene Rosen und/oder doppelt vorhandene, die noch klein genug zum Topfen sind, werden ab April für den Verkauf im Sommer getopft. Dazu auch kleinere Immergrüne und Stauden.  

Der Verkaufserlös wird gebraucht um die Ausgrabung der Großpflanzen zu finanzieren, die ohne Bagger nicht zu bewegen sind. 
Mitte Oktober soll der Weg zu den großen Koniferen, Eiben, Rosen, Obstbäumen und restlichen Ziersträuchern dann schon so frei sein, daß man mit Maschinen an sie ran kommen kann. 

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt wird auch der Wildzaun (schon reserviert) abgebaut. 
Die Folie muß größtenteils schon kurz vorher eingerollt und entsorgt werden (bis auf die Stücke, die zum Einwickeln der Ballen von Großpflanzen vor ihrem Abtransport gebraucht werden). 
Vielleicht möchten aber auch andere Gärtner dann größere Stücke übernehmen? - Ich kann das Gärtnern damit nur empfehlen, die Silage-Folie wirkt wie eine sehr dicke Mulchschicht, spart viel Arbeit und verbessert den Boden. 



Ein Bild vom Chinensis-Bereich vom Spätsommer/Herbst 2007. 
Erde als Beschwerung von noch nicht bepflanzter Folie hat sich nicht bewährt (man packt damit gleich alles drauf, was man nicht braucht), besser sind Bretter und/oder Steine. 
Was an der Pflanzung in Folie (neben Erosionsschutz und Arbeitserleichterung) noch toll ist: Man braucht auch in heißen, trockenen Wetterperioden nicht zu gießen, sofern die Folie auf nassem/feuchtem Boden ausgelegt wurde. 



Empress of China ist eine der Rosen, die jetzt noch im Chinensis-Bereich stehen. Die Entscheidung darüber, welche Lieblinge (zurück) in den Hausgarten kommen und welche nicht, läßt mich nachts kaum schlafen. Wieder 500 Rosen auf 500 m2 Gartenfläche will ich weder mir noch den Rosen nochmal antun...



So sah im Frühherbst 2007 das östliche Ende der Nordreihe (wo jetzt noch die gelben Wildrosen stehen) aus. So ähnlich soll und muß es diesen Herbst wieder (nicht nur) dort aussehen.



Zum Vergleich Fotos dieser Ecke vom Mai 2016 und 2017.



R. altaica mit Blutpflaume

Ich wünsche mir sehr, daß es Menschen gibt, denen auch die großen Bäume (z. B. die großen Obstbäume und Blutpflaumen, die Tamariske und der Walnußbaum) die Mühe (und/oder Kosten) wert sind: Verpflanzen ließen sie sich bestimmt noch, aber nicht ohne schweres Gerät zum Ausgraben und für den Transport.



Für den Sonnenuntergangsbereich (hier eins der beiden gelben Beete 2016) wäre eine Kontingentlösung perfekt. 
Dort ist aktuell alles komplett verwildert (die Rückeroberung der hinteren Bereiche sollte dieses Jahr endlich angegangen werden). Ich kann aber die Pflanzen evakuieren und (zumindest die kleineren davon) topfen.

Wer den gesamten Sonnenuntergangsbereich an einem dauerhaft (!) sicheren Platz (so oder ähnlich) nachbauen möchte, bekommt (fast) alle Rosen daraus, dazu die jeweils farblich passenden Ziersträucher, Stauden und Zwiebelpflanzen sowie einen Pflanzplan. Öffentliche Projekte werden bevorzugt.

Eventuell wäre auch die Übernahme von Teil-Kontingenten möglich. Der Lachs-/Apricotbereich, ein "Feuerbeet" mit den Pflanzen aus dem Rot- und Orange Beet z. B. könnten auch für sich optisch wirken:



Das rote Beet 2015, fotografiert von Piet. 




Apricot-Lachs Beet 2015.

Eine Kontingentlösung wünsche ich mir auch für den Rambler-Laubengang (dessen nördliche Seite auf dem Foto oben den Hintergrund bildet).



Der (aktuell noch überwucherte) Weg zwischen der südlichen Seite des Rambler-Laubengangs (rechts) und dem Multiflora Beet (links). Im Herbst hatte ich angefangen, ihn wieder frei zu schneiden. Diese Arbeit muß noch fertiggestellt werden, damit die Rosen neu etikettiert werden können und sich in diesem Sommer nochmal von ihrer besten Seite zeigen.



Fotos von der Hauptblüte im Juni.

Insgesamt sind es ca. vierzig Rambler, die an diesem Laubengang wachsen: Creme- bis gelblich- und apricot-Weiße auf der Nordseite, rein- bis rosa-weiße auf der Südseite. 
Sie sind auch nach Blütezeiten kombiniert: Frühblühende neben Spätblühenden und/oder Remontierenden, um die Saison zu verlängern. Demselben Zweck dient auch die Beipflanzung von weißen bzw. hellen Clematis unterschiedlicher Blütezeiten (insgesamt sieben oder acht). 



Die Moniereisen-Bögen sind besonders dick. Sie wurden von einer Spezialfirma gefertigt und geliefert. Eine Gruppe freiwilliger Labenzer hat im November 2008 den Beton gespendet und die Bögen ca. 70, 80 cm tief einbetoniert.



Ein unscharfes Foto von 2010, auf dem man aber die Moniereisen erkennen kann. - So groß wären die Rambler in zwei Jahren wieder, wenn man sie im Herbst für den Transport komplett zurückschneidet. 

Der Abbau und Transport des Laubengangs ist sehr aufwändig. Die Pflege darf man auch nicht unterschätzen: Damit die Rambler von oben bis unten blühen und nirgends den Weg versperren, müssen sie mehrmals im Jahr geschnitten und neu aufgebunden werden. Damit ist ein Rosengärtner (oder ein, zwei engagierte Liebhaber) einen Gutteil des Jahres beschäftigt.


 

So kann das Ergebnis dann aussehen (Bild oben und unten von 2015)




Links und rechts des Eingangs wachsen je eine besonders frostharte und wiederholt blühende Pflanze der Sorte Karl Foerster. 




Jean Girin ...




... und Long John Silver (mit Jean Girin im Hintergrund) auf der Südseite blühen besonders spät.




Die creme-gelbe Christine Helene auf der Nordseite blüht wiederholt.


 
Breeze Hill (vorne) mit Christine Helene (dahinter).

- Langer Rede kurzer Sinn: Wer Mühe, Arbeit und Kosten nicht scheut, dem gesamten Laubengang mit allen daran wachsenden Pflanzen ein dauerhaftes, sicheres, neues Zuhause zu geben, bekommt ihn kostenlos (was meine Seite betrifft) und mit Pflanzplan.

Es wäre ein schönes (Teil-) Projekt für z. B. eine Stadt, Kommune oder einen Park: Duft, Schönheit und Schatten an heißen Tagen für Menschen sowie Brutplätze und Nahrung für Vögel und Insekten sind in diesem Rambler-Laubengang perfekt vereint. 




Abendstimmung auf der Laubengang-Südseite.

- Demnächst mehr zu den Pflanzenkontingenten, die noch (falls sich nicht doch noch eine Gesamtübernahme-Option für die bisher nicht reservierten Teilbereiche ergibt) einen neuen Stand- und Wirkungsort suchen...

Erst noch was zu den aktuellen Modalitäten der Übernahme von Pflanzen, die jetzt schon abzugeben sind:

Es gilt "Platz vor Preis". Wer Großpflanzen ein gutes und dauerhaftes Zuhause bieten und sie selbst ausgraben kann, bekommt sie kostenlos.

Für Pflanzen, die ich selbst (zur Zeit vor allem aus dem Hausgarten) ausgrabe und wurzelnackt/ungetopft weitergebe, wäre eine Spende nett. 




Eine Iris im Noisette Beet. 

Zum Staudenverpflanzen ist es aktuell viel zu nass. Damit geht es erst im April los. Dabei gelten dieselben Modalitäten wie oben für Großpflanzen ausgeführt.



Fundrose "Frau Kropp" im kleinen Remontant Beet. Im Hintergrund das Wohnmobil von Uve und Doris (seufz...)



Zwergflieder Palibin.

- Wie es mir mit all dem geht? - Gut natürlich nicht...
Verzweiflung wäre aber unangebracht: Eine wirkliche Tragödie ist das Ende des Rosenparks für die vielen Tiere, die sich in ihm angesiedelt haben und von ihm leben. 
Die zuständigen Stellen und Organisationen wissen um deren Vielfalt und ihr Verlust scheint sie nicht zu stören. Offensichtlich haben sie andere Prioritäten.

Der größere Teil meiner Familie findet es gut, daß ich ab nächstem Jahr weniger Gelegenheit habe, mir Knochen und Gelenke zu ruinieren (schaumermal...;-)).

Als Pragmatiker und Stoiker versuche ich, aus allem das Beste zu machen: Wat mut dat mut (in diesem Fall: ALLEN, auch den nur mit großem Aufwand zu versetzenden Pflanzen, ein gutes, neues Zuhause besorgen), bzw: Nützt ja nix...
Und alles hat einen Sinn. Auch schwer zu ertragende Ereignisse sind Anlass für neue Erkenntnisse, Weiterentwicklung, Teil der individuellen Lebensaufgaben, öffnen Türen, die sonst verschlossen geblieben wären...

Wenn´s doch mal ganz düster ist hilft immer das:
https://www.youtube.com/watch?v=TWdSi0Xw4u0

Den ersten Schock, nachdem am 2. Januar der Brief mit der Kündigung eingetroffen war, hat die kurzfristige Aussicht auf ein neues, kleines Projekt(chen) etwas gemildert. Das läßt sich aber aus verschiedenen Gründen nicht realisieren. Der Wichtigste ist, daß der betreffende Bereich sich per Auto gar nicht und mit Lasten zu Fuß nur schwer erreichen läßt. Für meine Knochen-/Gelenksituation war das ein K.o.-Kriterium.

Ob ich selbst nochmal ein neues, viel kleineres Projekt (abgesehen vom Hausgarten) angehe, weiß ich noch nicht. Vielleicht reise ich auch nur herum, um die bisherigen Rosenpark-Pflanzen zu besuchen (und ihre neuen Besitzer mit Pflege- und Schnitthinweisen zu nerven à la "alte Dame/Hexe mit Hut" ;-)). 

Vielleicht male ich wieder und/oder mache nochmal irgendwo eine Installation...

Vielleicht bekomme ich nochmal die eine oder andere Gelegenheit, das zu tun, was ich am besten kann: Gärten entwerfen, die ein bißchen vom Geist des l´âge bleu Rosenparks weiter tragen und die den jeweiligen genius loci in die Planung einbeziehen (vielleicht könnte ich damit dann sogar mal ein bißchen zum Familieneinkommen beitragen, auf meine alten Tage)...

Vielleicht werde ich auch richtig politisch...:-B

Vielleicht von allem etwas... Oder was komplett Neues...

Ein Diener der Schönheit werde ich bis zum letzten Atemzug bleiben, so oder so. Das sucht man sich nicht aus, "es ergreift einen", immer wieder, lebenslang. 

Um Entschuldigung bitten möchte ich an dieser Stelle diejenigen, die den Rosenpark so lange treu unterstützt haben, deren Begeisterung meine Hauptmotivation war (und bis zum 31. 12. bleibt) und die seine Zerstörung genauso trifft wie mich: Ich konnte nicht alle persönlich erreichen, die ein Anrecht darauf gehabt hätten, zu den Ersten zu gehören, die diese Information erhalten. 
Öffentlich informieren wollte ich darüber erst, wenn zumindest für einen Teil der Gesamtpflanzen eine Reservierung besteht, denn "Raubgräber" anzulocken ist (auch jetzt noch) ein Risiko. 



Spinosissimas in der Nordreihe.

Lasst uns diesen letzten Rosenpark-Sommer nochmal genießen: Tanken wir nochmal soviel Schönheit, Duft, Vogelgezwitscher, Insektengesumme und Lebensfreude wie möglich! 
Was ist, war und wird sein. Was sein wird, war und ist. Was war, ist und wird sein. Der Tanz des Lebens hat keinen Anfang und kein Ende... 



Bonica mit Wiesenraute/Thalictrum in der Südreihe

Noch was Organisatorisches zum Abschluß des heutigen Blogs: 

Ich bitte um Verständnis dafür, nur in absoluten Ausnahmefällen Pflanzen un/oder Reiser/Stecklingsmaterial verschicken zu können: Dafür fehlt einfach die Zeit. Die Rettung ganzer Pflanzen (für mich sind es Individuen mit eigener Seele und Geschichte) hat - wie immer - Priorität.

Mehr als jemals zuvor ist Hilfe nötig: Beim Etikettieren und Topfen, bei Transporten aller Art (der Pavillon z. B. soll/muß schon im März in den Hausgarten umziehen, sein Standort wird Verkaufsfläche), beim Schreddern, Mähen, Ausgraben größerer Pflanzen für den Hausgarten, Runterschneiden/-sägen von Koniferen, Eiben und weiteren Großpflanzen für den Transport, Abholung von anfallendem Rückschnittholz (Piet schafft es nicht, alles zu schreddern), etc... 
Aber auch bei Pflegearbeiten für den Sommer, damit der l´âge bleu Rosenpark noch ein letztes Mal leuchten kann...

Benötigt wird auch allerlei Material:
Pflanzerde (z. B. im Tausch gegen Pflanzen) und Kompost zum Topfen,
größere Töpfe, Rosen-Container, Bau-Eimer und mittelgroße Bottiche (es müssen ja u. a. neben Rosen auch viele, große Stauden für den Verkauf im Sommer getopft werden),
eine zweite, benutzbare Schubkarre (auch leihweise bis zum 31. 12.) wäre gut (oder Reparaturarbeiten an den drei kaputten), etc pp...

Natürlich wären auch Geldspenden wichtig: Ich hoffe, daß die Abnehmer von Großpflanzen, die im Oktober maschinell aus dem Boden geholt werden müssen, sich an den dadurch entstehenden Arbeits- und Maschinenausleih-Kosten beteiligen (können). Ob dadurch alles Anstehende gedeckt werden kann, ist aber unsicher und alleine schaffe ich es nicht (der Rosenpark war in den besten Zeiten maximal ein Plus-Minus-"Geschäft"). Darum gibt es jetzt eine "Baggerkasse" (Dank an die ersten Spender dafür aus Berkenthin!).



Rhododendron mit Akelei

Die Website wird auf jeden Fall als Archiv bestehen bleiben. Spätestens ab dem 31. 12. sollte das "Rosenpark" aus dem Header gestrichen sein (muß gelegentlich Sahra mal drum bitten, sie kann das bestimmt). 
Wie früher (vor dem Rosenpark) heißt sie dann wieder nur "l´âge bleu" und es gibt sicher immer wieder mal neue Bilder und Berichte aus dem Hausgarten. Vielleicht auch irgendwann neu Gemaltes. Ganz bestimmt weiterhin Politisches. 

Weil es jetzt schon ein paar (und im Laufe des Frühlings größere) Lücken gibt und weil die Pflegemaßnahmen nicht mehr so wichtig sind wie das Topfen möglichst vieler Pflanzen ist der Eintritt für den Rosenpark in seiner letzten Saison frei




Was mit dem Teich geschehen wird, weiß ich nicht. Die Wahrscheinlichkeit, daß er erhalten bleibt, ist leider sehr gering. "Zurückbauen" (zuschütten) werde ich ihn - als einziges Objekt - ganz sicher nicht. 
Wenn das Rosenpark-Gelände wieder Weidefläche wird, darf er vielleicht bleiben. Wenn es (wie die angrenzende Fläche in Richtung Sandesneben) Gewerbegebiet wird, wohl kaum. 
Wer möchte (und sich dafür mit mir verabredet) darf im Frühling gerne einige Wasserpflanzen mitnehmen: Mit Glück reisen auf diese Weise dann wenigstens ein paar Amphibien-Eier in eine sichere Zukunft. 




Mike´s Oldfashioned Pink

Nachfolger für den Rosenpark, den zurück zu erobern mit meiner Krankheitsgeschichte (fast keine Lendenwirbel-Bandscheiben mehr, Hüftgelenk-Implantat, kaputte Halswirbel) alleine sehr schwierig (wenn auch nicht unmöglich) gewesen wäre, habe ich trotz langer Suche nicht gefunden.

Auch das stellt sich jetzt als gut und richtig heraus: Sie hätten ihre gesamte Existenz in ein Projekt investiert, dessen Überleben auf politischer Ebene, alles Gerede von "Biodiversität" hin oder her, nicht vorgesehen war. 



Hier haben viele gute und interessante Gespräche stattgefunden. Mit besonders lieben Stammgästen läßt sich das eine oder andere davon vielleicht im (demnächst wieder blauen) Hausgarten fortsetzen. Generell für Besucher geöffnet wird er aber nicht. 




Das kleine Bourbon Beet

Welche Rosen und anderen Pflanzen schon im Februar und März abgegeben werden können, kann man per mail erfragen. 

Im Hausgarten müssen jetzt eine ganze Reihe doppelt/mehrfach vorhandene, nicht-seltene Rosen Platz für seltene und/oder Lieblingsrosen machen (es wird aber definitiv nicht nchmal 500 Rosenpflanzen auf 500 m2 geben). 

Auch sie sollen einen besonders guten Platz bekommen: U. a. mehrere Schneekoppe (wurzelecht) und ein Schneekoppe-Sämling, der nicht besonders aussieht (halbgefüllt, pink), mir aber am Herzen liegt, weil er bis jetzt die Grabbeigabe für eine geliebte Katze (die am Antik-Café ausgesetzte und, nach einer viel zu kurzen Zeit bei uns, überfahrene Samedi) ist/war. 
Harte Zeiten erfordern harte Entscheidungen...

Weitere Einzelrosen auf Anfrage. 



Der West-Wiesenweg, mal frisch aufgeräumt.

Für die Portlands (links im Bild), die Bourbonen, Gallicas, Albas, Noisettes/Moschatas, Centifolien und Multifloras (abgesehen von den Ahrensburger Sämlingen, die schon reserviert sind) werden noch Kontingentlösungen gesucht. Dann könnten zumindest Teile der Sammlung zusammen bleiben. 

Öffentliche bzw. öffentlich zugängliche Projekte werden auch für diese Gruppen/Klassen bevorzugt (falls sie sich nicht durch schlechte Behandlung ihrer öffentlichen Pflanzungen disqualifiziert haben). 

Die Suche nach passenden Fotos war jetzt doch ein bißchen emotional...Darum mach ich jetzt lieber Schluß für heute: Contenance ist immer wichtig. Wir lassen uns nicht unterkriegen und trinken jetzt - ausnahmsweise - einen Schluck Sekt: Auf eine wunderschöne, letzte Rosenpark-Saison, За здоровье !

In diesem Sinne alles Liebe,
Raphaela

Nachtrag: So pflegeintensiv soll und kann der Blaue Garten nicht mehr werden wie auf diesen Fotos (die man beim Runter-Scrollen findet). - Aber langsam geht´s wieder ein bißchen in diese Richtung:
http://www.l-age-bleu.de/2018/03/rosenschnittkurs-winterliches-und.html

Nous sommes Donbass!
Heimatliebe ist kein Verbrechen (auch wenn sie auf harte Proben gestellt wird).
Free Julian Assange!