Samstag, 2. Juni 2018

Wie es ist


Die historischen Rosen blühen jetzt schon und rings umher blühen Gräser, wuchern Brombeeren, Winden, Weidenröschen und Co: Schönheit, bedrängt vom Chaos...Keine kleine Illusion von Paradies diesmal sondern ein Abbild des Lebens, wie es ist: janusköpfig.

Weil ich den aufgestauten Arbeitsrückstand vom vorletzten (Bandscheibe ab Ende Juni) und letzten Jahr (Hüftgelenk zertrümmert Mitte März) nicht fristgerecht (zur Haupt-Rosenblüte) aufholen kann/konnte, kann bis auf weiteres kein Eintritt verlangt werden. Spenden nehmen wir natürlich trotzdem gerne (den Festkosten ist es egal ob Chaos herrscht oder nicht). Dafür gibt es den hübschen Metallkasten am Teich.

Keine Sorge: Ich gebe nicht auf und wenn nicht wieder was dazwischen kommt wird mit 10-Stunden-Tagen bei jedem Wetter (wobei mir Regen lieber wäre als die aktuelle Hitze) so lange durchgearbeitet bis alle Bereiche dem Chaos wieder entrissen sind. Das wäre dann - mit Glück - eventuell "schon" im Spätsommer.

Aktuell sind erst das kleine Remontant Beet (als eins der ersten und daher schon wieder etwas verkrautet), das Portland -, das Damaszener -, das Teich -, das Pavillon-, die Hälfte des Gallica -  und die beiden Bourbon Beete präsentabel. 

Heute bekam ich den Rat, die noch unrestaurierten Bereiche abzusperren um Traumata bei Besuchern zu verhindern, halte aber einerseits auch nichts von Realitätsausblendung wenn sie mich selbst betrifft, und hoffe andererseits noch auf irgendwelche Wunder während der nächsten zwei Wochen. Vielleicht kommt auch noch die Stirnlampe zum Einsatz um die Arbeitszeit zu verlängern.

Aktualisierung (11. Juni):
Es hat immer noch nicht geregnet. Besonders für Tiere und Landwirte wird die Situation täglich prekärer. Aber auch den Rosen sieht man die Folgen von Hitze und Trockenheit an (die meisten Blüten sind schon verbrannt). 
Das UNKRAUT konnte ich bisher nur in einem weiteren, winzigen Bereich (der fast drei Jahre unbearbeiteten Nordwest-Ecke) bekämpfen: Jede Plage-Pflanze muß aus dem Beton-Boden herausgemeißelt werden, damit die Wurzeln mit eliminiert werden (oberflächliches Abreißen würde sie noch stärken und wäre kontraproduktiv). An Absoden ist derzeit gar nicht zu denken.
Dazu kommt noch, daß der Rasenmäher immer noch in Reparatur ist und nicht mal (wie sonst) wenigstens die Wiese in Schuß (aus diesem Grund ist sie - im Gegensatz zu denen der Umgebung - noch partiell grün).
Einige Besucher finden´s trotzdem schön. - Mir gefällt´s weniger aber es ist wie es ist. 





Hier sieht man an der eigentlich sehr robusten Wiese wie trocken es in letzter Zeit war: Unsere Region hat im gesamten Mai nur 10 Prozent der üblichen Regenmenge abbekommen und der Monat hat Hitzerekorde gebrochen. - Natürlich alles lächerlich im Verhältnis zu den Schäden durch Unwetter andernorts. Den Betroffenen wünsche ich, daß sie die Folgen möglichst schnell und gut überstehen.

Die Bearbeitung des vergleichsweise winzigen Teichbeets hat 5 Tage gebraucht: Die !§$"§!(&! Walderdbeeren hatten auf dieser Seite fast alle Stauden erstickt, andere (u. a. Iris sibirica) sind vertrocknet. Daher befinden sich dort jetzt einige neue Stauden, die natürlich auch gegossen werden müssen.




Eine hübsche Überraschung ist dieser Rugosa-Sämling, der sich am Rand des Teichbeets angesiedelt hat. Manchmal lohnt es sich, Sämlinge stehen zu lassen...




Das gilt auch für dieses duftende Multiflora-Kind, das sich den Platz unter einem Buchs des Pavillon Beets zum Keimen ausgesucht hat.




Die "eigentliche" Teichbank wartet am Knick noch auf ihre neue Lackierung (so lange es hell ist kämpfe ich vorrangig gegen den Dschungel an und im Dunkeln lackieren ist ungünstig). Immerhin sind die kaputten Holzbegrenzungen inzwischen durch Dachlatten ersetzt: Nicht stilvoll aber (kinder-)sicher. 
Nach Entfernung der Walderdbeeren war auch der restliche Mulch mit weg. Kleingeschnipselter Koniferenschnitt ist im Prinzip ein guter Ersatz, nach dem Austrocknen aber schon etwas durchscheinend. Vielleicht reicht die Zeit noch für Nachschub.



Um das Damaszener Beet herum befindet sich auch die bisher einzige fertig abgestochene (und hier sogar schon mit Rasenschnitt bedeckte) Wiesenkante. Für die letzten drei Meter auf dieser Seite war ein ganzer Vormittag nötig weil der Boden derzeit eher die Eigenschaften von Beton als von Erde aufweist.
Vorne im Bild Mme Boll, dahinter Rose de Resht und Mme Zoëtmans.




Mme Zoëtmans Blüten.




Botzaris (oder doch Blanchefleur? Die beiden sehen sich sehr ähnlich). Dahinter "Red Damask", die sich jetzt auch nicht mehr zurück hält.




Dazwischen die zierlichere Valence Dubois, die mich aktuell stark an die Weiße Juno erinnert. Das ist aber normal zu Beginn der Blüte: Rosen sehen plötzlich alle gleich aus aber die Unterschiede verschiedener Gräser und Weidenröschen-Varianten stehen mir immer vor Augen. Wahrscheinlich eine Frage der Perspektive ;-)




Diese hier sind tatsächlich gleich: Drei höhenabgestufte Exemplare von Jürgen Weihrauchs Damaszener-Experimental-Sämling. Die Mutterpflanze plus zwei Ausläufer (einer vom letzten und einer vom vorletzten Jahr). 




Ispahan.


Rückseite der Blüte einer "Schmilau Rose", die nicht nur in der typischen Anordnung der Knospen identisch mit einem benachbarten, als  Blush Damask erhaltenen Ausläufer ist.





Petite Lisette.




Ombrée parfaite (links) und Ispahan (rechts daneben) in der Mitte des Damaszener Beets (ja-haaaa: Man kann da aktuell sogar durchgucken. Zumindest an einigen Stellen ;-)).





Kazanlik aka Trigintipetala.




Léda.





Léda (links) und Bourbon Rosen (auf der rechten Seite). Der Weg zwischen diesen beiden Beeten ist frei. Viele andere noch nicht, aber es wird daran gearbeitet...
Letzte Woche haben ein früherer Helfer und seine Mutter mit Handsäge und Heckenschere einen Vormittag geopfert um den Ost-Wiesenweg wieder passierbar zu machen: Neun große Schubkarren Gehölzschnitt sind dabei angefallen. Dieses Jahr wird das Rückschnitt-Material nicht wie sonst per Hand zu Mulch zerschnipselt sondern aus Zeitgründen zum Abholen aufgestapelt. 




Duc de Cambridge an der nord-westlichen Ecke des Damaszener Beets, vor (vor-) gestern im Aufblühen fotografiert und dieses Jahr heller als üblich.




Das kleine Remontant Beet am Eingang. Eigentlich wollte ich die Beete, die letztes Jahr mindestens einmal dran waren, tapfer ignorieren und erstmal die Bereiche säubern, in die ich es letztes (teilweise schon vorletztes) Jahr gar nicht geschafft hatte...Aber wenn man ständig dran vorbei muß schafft man es einfach nicht lange, immer die Augen zusammen zu kneifen...Also kamen nach dem Teich Beet doch erstmal wieder das kleine Remontant - und das Portland Beet an die Reihe.




Weiße Juno




Hier schlängelt sich Vivid elegant zwischen einer Eibe und einem Buchs heraus, der schon vorletztes Jahr umgepflanzt werden sollte. Wegen der Rose scheint das aber gar nicht (mehr) nötig zu sein.





"Falsche Mme Cornélissen ex Sangerhausen" vor "Frau Kropp" dahinter, die diesmal - wie viele Rosen - eine Etage tiefer blüht. Beim Reinigen von Pflanzscheiben mußte ich feststellen, daß meist weniger der Spätfrost als Wühlmäuse für Trockenschäden (in einigen Fällen bis zum Exitus :-/) zuständig waren/sind. Zwar kommen die Katzen vom benachbarten Hof manchmal in den Park, es sind aber nicht mehr ständig welche da. - Und schon feiern die /§!§% W-Tiere wieder Pahdie :-/

À propos "Katzen": Die kleine Weißgesicht war ganze 10 Tage lang verschwunden und ist seit vorgestern abend wieder zuhause (in der Schmiedetwiete, wo sie seit inzwischen  eineinhalb Jahren mit uns wohnt). - Diese riesige Freude wiegt (mindestens) eine verfuhrackte Saison auf :-)




An der Rückseite des kleinen Remontant Beetes ist inzwischen die Bengal Hybride Blush Hip voll aufgeblüht (das Foto ist von vorvorgestern). Die Regenwahrscheinlichkeit ist damit um beachtliche Prozentzahlen gestiegen (den vertragen ihre zarten Blüten nämlich gar nicht) ;-)




Hier erkennt man m. E. ganz gut u. a. ihre typische Fruchtknoten- und Knospenform. Die immer wieder auftretende Verwechslung mit Blush Damask kann ich wegen dieser sehe speziellen Charakteristika nicht ganz nachvollziehen, bin aber auch kein Rosen- sondern (wenn überhaupt) eine Art Weidenröschenexperte.




Eine Duchesse de Montebello vor (noch immer) nicht zurückgeschnittenem Schmetterlingsflieder. Das bisher einzig zeigbare (und hoffentlich einzig existierende) Foto vom großen Remontant Beet.




Besser sieht schon das Portland Beet aus, aber auch erst seit ca. einer Woche. Vor dem Aufräumen war es auch eher in Ensemble aus Totholz, Weidenröschen und blühenden Gräsern.
Mithilfe einer nicht-jugendlichen Nachbarin, die trotz schmerzendem Knie Gießkannen schleppte, ist es sogar gelungen, Schnecken, Wühlmäusen und (ja: Auf den Müll mit allem pc-Kram!) UN-Kräutern in letzter Sekunde einige Rittersporne zu entreißen. Die blühen noch nicht sondern berappeln sich grade mühsam. Immerhin.




Auch hier blühen viele dieses Jahr niedriger als sonst. Nicht so schlimm: Starker Rückschnitt war eh mal fällig und ohne die Wühlmausschäden hätte ich mich wahrscheinlich wieder nicht dazu aufgerafft.




Indigo. Inzwischen leider schon ausputzbedürftig. Auch nicht so schlimm: Sie blüht ja öfter.




Bei den Portlands ist sogar bis fast vorne schon die Wiesenkante abgestochen. Hey wow! ;-)

Unter den aktuellen Bedingungen ist Kantenstechen übrigens eine hervorragende Therapie zum Aggressionsabbau (kein Wunder, daß ich derzeit so friedlich und gelassen bin): Man muß ca. sechs, sieben mal mit voller Kraft den Spaten in die knochentrockene Wiese rammen bis man sie ein Stück einritzen kann. Schafft man es dann mit weiteren Anläufen so einen beton-artigen Brocken heraus zu hebeln, dreht man ihn um und haut mit der flachen Spatenseite so lange drauf, bis der Lehm von den Wurzeln rieselt und letztere auf die Schubkarre geworfen werden können.  
Der Vorteil (alles hat mindestens einen): Man kann die Schubkarre mit trockenen Wurzelresten viel voller laden als mit schweren, nassen und braucht sich daher nicht so oft auf den Weg zum Kompost zu quälen wie bei feuchterem Wetter :-)

Warum keine auswärtigen Wwoof- und/oder HelpEx-Helfer zur Zeit? - Die Umbaumaßnahmen zuhause sind zwar derzeit etwas in´s Stocken geraten aber noch nicht beendet, die Situation also noch nicht zumutbar für Hausgäste. Aber auch daran wird nebenbei gearbeitet.




Bourbon Queen wird nach der Blüte endlich mal komplett zurückgeschnitten: Überaltertes Holz begünstigt besonders bei ihr Sternrußtau- und andere Schadpilze, die schon mehr als genug durch Wühlmausschäden plus Hitze begünstigt werden.



An gesundem Holz kommen die duftenden, wunderschönen Blüten noch besser zur Geltung.




In der Mitte des kleinen Bourbon Beetes mußte auch Charles Lawson diesmal heftig Federn lassen: Er wird nicht nur von den W-Tieren bedrängt sondern zusätzlich von Winden :-/




Der Verdacht, daß die vielen Schäden, auch an eigentlich sehr frostharten Sorten, zumindest größtenteils und vorrangig von Wühlmäusen statt Frost verursacht sind, bestätigt dieses Exemplar von Mme Lauriol de Barny: Das andere steht weniger exponiert und brauchte einen Komplettrückschnitt während dieses hier in der Westreihe kaum Schäden aufwies. Es ist aber auch nicht so unterhöhlt wie das im großen Bourbon Beet.




Frédéric II de Prusse an der südwestlichen Ecke des großen Bourbon Beetes. Hier haben die W-Tiere besonders arg gewütet und sogar die Astern gekillt. Die neu eingesetzten Stauden (wenn ich Blumenerde brauche schaue ich immer in die Ecke für reduzierte Pflanzen) gegen Trockenheit einerseits und Nacktschnecken andererseits zu schützen erfordert allerdings auch etwas Zeit.




Frédéric II de Prusse-Blüten aus der Nähe. Das schattig stehende Hausgarten-Exemplar blüht noch nicht.




In´s Gallica Beet habe ich es fast zwei Jahre lang gar nicht geschafft. Ein lieber Mensch schlug schon vor, es einfach zum "Naturreservat" zu erklären. Das würde allerdings eine Art Kapitulation bedeuten und mit manchen Wesenheiten ist friedliche Koexistenz nicht möglich: Läßt man sie einfach machen, unterwerfen Brennesseln, Brombeeren, Winden und Co nicht nur ihren zugebilligten Bereich sondern ersticken letztendlich alles andere. Um das zu verhindern hilft nur möglichst radikales Vorgehen. So radikal, wie rein ökologisch-mechanische Methoden es eben zulassen. Also heißt es, immer wieder abschneiden, um ihnen die Energiezufuhr zu erschweren und buddeln, buddeln, buddeln, um die Wurzeln so tief und weit wie möglich zu eliminieren. "Radikal" kommt vom lateinischen "radix" und das heißt "Wurzel".

Im Gallica Beet hatte sich u. a. ein 3x3 Meter großes Wildrosen-Unterlagen-Monster breitgemacht, zusätzlich Asläufer getrieben und schon mehrere Kultur-Rosen fast umgebracht. Die Haupt-Pflanze zumindest ist jetzt bis in den Boden abgesägt. Daneben hatte sich ein Brenesseldickicht von ca. sechs Quadratmetern durch weitere Rosen gefressen. Diese beiden sowie einige weitere Quadratmeter Walderdbeeren-, Weidenröschen- und Gräserplagen sind inzwischen beseitigt: Sechs Tage Arbeit und erst das halbe Beet aufgeräumt. Der bekannte Spruch über Kinder trifft auch auf Pflanzen zu: Kleine Pflanzen, kleine Probleme, große Pflanzen... 
So weit sollte man es nicht kommen lassen. Passiert aber, wenn man auf über 8000 m2 überwiegend alleine für die Unkrautbekämpfung zuständig und dann auch noch zwei Jahre hintereinander längere Zeit nicht einsatzfähig ist.
Ist es wieder in den Griff zu bekommen? Ja: Wenn´s keine weiteren, längerfristigen Arbeitsausfälle gibt und der Wille stark genug ist. Das ist er auf jeden Fall. 




Inzwischen blüht es auch im Gallica Beet üppig. Zur Unzeit, aber trotzdem wunderschön und traumhaft duftend. Und so zeigen die geliebten und gehassten Stacheldinger wieder, daß sie jeden Einsatz wert sind und daß Diener der Schönheit sein zu dürfen ein Privileg ist. 

Garten ist Leben ist Politik ist Kampf ist Niederlage ist Triumph ist pulsierende Energie...Und seine Tage als Gärtner verbringen zu können ist die schönste, vorstellbare Arbeit. 

In diesem Sinne Viele Liebe Grüße,
Raphaela (immer begleitet und beschützt von Rocco)

Nous sommes Donbass!

Heimatliebe ist kein Verbrechen. 


Freitag, 30. März 2018

Rosenschnittkurs, Winterliches und Erinnerungen


Das ist die "Krummesser Kanalrose", eine unbekannte Damaszener Rose, die Klara Meins gefunden hat (Foto: Karin Schade)

Zu Klara Meins Vermächtnissen gehört nicht nur ihr wunderschöner „Garten der Pfade und Wege“ sondern u. a. auch die ca. 100 m lange Rosenhecke am Labenzer Gemeindezentrum:

Vor ca. 15 Jahren hatte sie in einem Zeitungsaufruf um Ausläufer historischer Rosen aus der Region gebeten: Sie sollten dort aufgepflanzt und die Fundrosen aus alten Gärten auf diese Weise erhalten werden.

Inzwischen ist ein gekonnter Formschnitt der Pflanzen dringend nötig: Wer u. a. lernen möchte, wie man sommerblühende Rosen im Frühling so zurück schneidet, daß sie im Sommer trotzdem üppig blühen, ist zum Helfen herzlich eingeladen. 

Vor allem das Engagement von Klara Meins hat Labenz zu einem bekannten Rosendorf gemacht. Es wäre wunderschön, wenn wir zusammen ihr Vermächtnis in frischem Glanz erstrahlen lassen könnten.

- Wahrscheinlich gibt es auch Ausläufer, die adoptiert werden können (wenn nicht in der Hecke, dann auf jeden Fall im Rosenpark).

Nachtrag: Am Samstag haben wir zu sechst bei strahlendem Wetter zumindest etwa die Hälfte der Rosenhecke zurückgeschnitten, einige selbst angesamte Bäume daraus entfernt, eine zu eng stehende Rose umgepflanzt und durften das Schnittgut in einem von der Feuerwehr überwachten Feuer entsorgen. - Danke an alle, die mitgeholfen haben!

Ein paar Fotos von Fundrosen aus dieser Hecke, die Karin Schade (von stauden-und-rosen.de) bei ihrem Besuch 2005 gemacht hat:



                                                           








Die "Kindergarten-Rose" aus Sandesneben hat sich inzwischen als Maiden´s Blush entpuppt.



Die "Berkenthiner Rose" (hier mit einer etwas deformierten Blüte) könnte nach Meinung Martin Weingarts zu den verschollenen Bousault-Rosen gehören. Ihr echter Name ist aber noch immer unbekannt.




Jetzt wird´s erstmal winterlich...




Ein Ausflug zum Schönberger Wald Anfang März...



...freut Rocco immer sehr, wenn das Wetter zu kalt zum Arbeiten in Park oder Hausgarten ist. - Für eventuell mitlesende Jäger: Rocco gehorcht auf´s Wort und jagt maximal Mäuse am Wegrand.



Zum Park mußten wir Anfang des Monats zu Fuß gehen: Ein Ausflug pro Woche ist auch bei Schnee schon deshalb obligatorisch weil neue Meisenknödel aufgehängt werden müssen.



Wunderschön war auch der Anblick der schneebedeckten Koppel gegenüber vom Park.



Im Eingangsbereich (gegenüber von diesem Beet) hatte ich leichtsinnigerweise schon einige (relativ frostharte) Rosen zurückgeschnitten...



...Da wußte ich noch nicht, daß nach dem schützenden Schnee Mitte des Monats noch sonnige Kahlfrosttage folgen würden. Vor allem der damit einhergehende, eisige Dauersturm hat viele weitere Rosen stark geschädigt :-/



Der Rosen-Rückschnitt wird dieses Frühjahr (wenn es denn endlich mal anfängt: Aktuell liegt wieder Schnee) also auch hier eine aufwändige Angelegenheit...



...bei der jede Menge Hilfe benötigt wird.



Die Parkvögel waren trotz großer Kälte nicht begeistert von Hagebutten und stehengebliebenen Saaten...



...sondern haben sich lieber auf den regelmäßig nachgelieferten Meisenknödel-Nachschub verlassen.



Eine der wenigen Rosen, die im Pavillon Beet nicht komplett zurückgefroren sind, ist "Perle von Amöneburg", eine öfterblühende Strauchrose von Jürgen Weihrauch (links im Bild), die ich unbedingt nochmal veredeln lassen muß.



Stilleben über mit Folie bedeckten, liegenden Container-Rosen. Vor einer Woche habe ich sie alle wieder abgedeckt und aufgestellt: Alle leben noch, werden sich aber über den erneuten Kälteeinbruch ebenso wenig gefreut haben wie die Stiefmütterchen, mit denen schon die Töpfe am Pavillon bestückt wurden.



Der komplett zugefrorene Teich.



Den vorderen Teil des Westwegs (links, parallel zur Straße) hatte ich im Januar ein bißchen entkrautet und dabei noch Meerschweinmist an einigen Rosen verteilt...Die Amseln haben keine zwei Tage gebraucht, die Rosen wieder abzuhäufeln. Von daher wird es auch dort viele Schäden geben.



Außer Roccos und meinen konnte man im Schnee auch viele Hasen- und ein paar Katzenspuren entdecken. Letztere haben hoffentlich die Maus erwischt, die unter der schützenden Folie einen getopften, jungen Hibiskus abgefressen hat.



Nach der rituellen Abschiedszigarette im Pavillon und einem Leckerli für Rocco davor haben wir uns wieder auf den Heimweg gemacht...



Auch im Hausgarten gab es jede Menge Schnee und viele hungrige Vögel.



Letztes Jahr konnte ich wegen des doofen Unfalls im Hausgarten (für den ich sonst jedes Frühjahr ein, zwei Arbeitswochen abknappse) gar nichts tun. Dieses Frühjahr müssen u. a. noch einige dickere Äste abgesägt werden bevor die Vögel anfangen zu brüten. - Hat jemand eine Kettensäge?



Zwischen dem Apfelbaum (links) und dem armen Kirschbaum (rechts), der von Kiefernästen bedrängt wird, liegt übrigens noch ein kleiner Teich. Völlig unsichtbar unter dem Schnee.



Schön ausgesehen hat´s schon...



...aber jetzt ist´s auch mal genug mit dem Schnee.
 - Den Stanwell Perpetual-Hochstamm (vorne im Bild) hatte ich letzte Woche stark zurückgeschnitten ohne zu ahnen, daß es schon wieder kalt wird. Zum Glück macht ihm das noch am wenigsten aus.



Auch meine kleine Weißgesicht (die letzte Überlebende der drei "Parkschwestern", die seit vorletztem Dezember mit uns in der Schmiedetwiete wohnt) ist hart im Nehmen...



...und will bei jedem Wetter raus.



Die drei Kater verschlafen solche Tage lieber auf einer im Wohnzimmer überwinterten (und dringend lackierbedürftigen) Parkbank.



Rocco (hier mal frontal erwischt) freut sich trotz dickem Fell auch, wenn er nach Spaziergängen oder Arbeitstagen draußen wieder in´s Haus kann: Gefroren hat er als Kettenhund in Ungarn ja lange genug.

Fast vergessen: Danke auch an das Team des Europa-Rosariums Sangerhausen für die schnelle Übersendung von 20 seltenen Tee Hybriden in hervorragender Qualität! - Sie stehen jetzt, erstmal getopft, hinter dem Haus und trotzen dem erneuten Frosteinbruch (Veredelungen sind unter Erdniveau).

Ja, es ist immer noch bzw. wieder kalt...Die Arbeit staut sich überall und die Zeitfenster dafür werden immer kleiner. Das weckt die Ungeduld und Erinnerungen an bessere Zeiten...

In der wiederentdeckten, alten Datei mit Bildern von Karin Schade (nochmal vielen Dank!) aus 2005 waren auch sehr schöne vom Blauen Garten, der jetzt schon so lange Vergangenheit ist. Vielleicht möchte mich jemand auf eine kleine Erinnerungsreise dorthin begleiten? - Bitte sehr:


















Die erste Vièrge de Cléry (eine der wenigen Rosen, die, an anderer Stelle, immer noch im Hausgarten sind). Marquise Boccella, von der ganz rechts eine Blüte zu sehen ist, steht jetzt im Rosenpark.






Der gute, alte Jasper...Mein letzter Airedale: Zum heutigen, "stationären" Leben passen besser ältere Schäferhunde als unternehmungsfreudige (und -bedürftige) Terrier.



Von dieser Bank existieren noch die Seitenteile. Daraus wieder eine neue zu bauen wird wohl auch dieses Frühjahr nicht klappen (seufz).






Im Hintergrund Paul´s Himalayan Musk. Inzwischen ohne stützende Tanne und dafür mit immer wieder herüberwachsendem Japan-Knöterich an den Wurzeln :-/






Marchioness of Londonderry, nach Umzug in den Park leider in einem der kalten Winter erfroren. 






Der Blush Noisette-Hochstamm in der Bildmitte, damals noch im Topf, wächst nun schon viele Jahre lang neben dem Badezimmerfenster und ist dort sehr ausladend geworden.



Die Kastanie im Hintergrund mußte vor ca. 10 Jahren gefällt werden weil sie mit ihren Wurzeln die Hauswand gefährdete.






Auf der kleinen Terrasse im Hintergrund sind viele, viele Stunden Rosengespräche geführt worden.



Den Tisch gibt es immer noch (an anderer Stelle und mit nur noch drei Füßen), aber die Reste von Bank und Holzstühlen sind nur noch farbliches Deko-Material. 



Die Moos Rose René d´Anjou mußte zwei Meter nach rechts umziehen als dieses Beet aufgegeben wurde. Im Rosenpark wächst einer ihrer Ausläufer.



Den riesigen Philadelphus im Hintergrund hatte im Herbst (oder dem folgenden?) des Foto-Jahres ein junges Ehepaar adoptiert. Ausgrabung und Abtransport (auf einem Transportwagen durch´s Haus) waren echt abenteuerlich und nur zu bewältigen weil zufällig ein fittes Mitglied des Gartenliteraturforums mit Gurten und Erfahrung im Verpflanzen von Großsträuchern zu Besuch war.












Einer meiner Lieblingsplätze (nicht, daß ich behaupten würde, damals oft herum gesessen zu haben ;-)): Zwischen Cardinal de Richélieu (links) und "Orphéline de Juillet" (richtig: Ombrée parfaite), die beide später über der Bank zusammengewachsen waren. 
Cardinal de Richelieu steht jetzt im Park, "Orphéline de Juillet" in dem kleinen Beet vor dem Badezimmerfenster. Der alte Jacques Cartier (links neben/hinter Cardinal de Richelieu) ebenfalls.












Ganz rechts im Bild die Original-Marie de St. Jean aus den USA, die inzwischen in ganz Europa wieder heimisch geworden ist.



Hinten rechts Blanchefleur, von der inzwischen einige Ausläufer im Park wachsen.



Rechts White Jacques Cartier und links Indigo (beide inzwischen im Park).















Jacques Cartier (rechts) war aufgebunden ca. 3,5 m hoch. 












Aimable Rouge (rechts) hatte noch lange nach ihrem Umzug in den Park immer wieder Ausläufer hinterlassen.









Marquise Boccella (vorne links) und Vièrge de Cléry (dahinter)










Diesen Garten habe ich sehr geliebt. Neben dem Rosenpark war er aber nicht zu halten. Inzwischen bin ich froh, wenn ich ihn jedes Frühjahr wieder ein bißchen weiter unter Kontrolle bekomme. Das heißt: Pflegeleichte Pflanzen an den Rändern und Folie in der Mitte sind besser als Brennesseln und Brombeeren (neuerdings auch wieder Japan-Knöterich) überall.

Die Sorge, auch den Rosenpark nicht mehr in den Griff zu bekommen, ist im Verhältnis zu den großen (in erster Linie der um unser Land) eine kleine Sorge. Aber auch sie läßt mich schon nachts viele Stunden wach liegen. 
Für einen Diener der Schönheit sind die wirklich sorglosen Momente im Alltag dünn gesät...
Aber in der Erinnerung dominieren sie: Die entspannten Zeiten im Dunkeln, wenn nach trocken-heißen Tagen alle durstigen Pflanzen von Wasser gesättigt sind und einem die Fledermäuse um den Kopf tanzen... Die letzte Abend-Zigarette, wenn die Farben in der Dämmerung verblassen und der Rosenduft immer intensiver wird... Das nächtliche Zirpen der Grillen und das Froschkonzert vom Dorfteich... Die Pause in der Mittagshitze mit den Füßen im Teich und der Nase im duftenden Gras, bei der Beobachtung von geschäftigen Insekten...Abendgespräche mit einem Kind auf dem Schoß, das ein Schnittlauchbrot genießt...Alle Kinder friedlich vereint auf dem Bauch liegend und gemeinsam das Leben im Teich beobachtend...Viele gute Gespräche mit Freunden und Gästen...Das Glück einer frisch angelegten Bepflanzung und die Vorfreude auf ihre Entwicklung...Die erste Blüte einer neuen und lange ersehnten Rosensorte...Die kurzen Momente, in denen alles perfekt ist...

Zeit hat im Garten keine Bedeutung und die in der Realität wenigen Stunden der Perfektion und Sorglosigkeit dehnen sich in der Erinnerung zu vielen Jahren...

Schönheit ist so kostbar wie unvergänglich, auf jeder Ebene des Seins.



In diesem Sinne (Kopf hoch und niemals aufgeben) Viele Liebe Grüße,
Raphaela

Aktuelles:
Wir räumen grade das Haus auf und um, weil meine Schwester demnächst zu uns zieht. Aus familiären Gründen muß sie sich vom größten Teil ihrer Tiere trennen und den bisherigen Tierschutz-Hof verlassen. 

Ihre größte Sorge, was aus den vier geretteten Kühen wird, konnte mithilfe von http://www.lebenskuehe.de und vielen, engagierten Helfern, Spendern und Paten gelöst werden: 
Lotte, Linus, Zappa und Ruthie haben zusammen ein dauerhaftes, sicheres, neues Zuhause gefunden. Dieses Video zeigt ihre Ankunft:
https://youtu.be/qeO5NDbfsBA

Ein dickes DANKE SCHÖN auch von mir für dieses große Wunder an Engagement!



Im Zuge der Um- und Aufräumerei hat mich das Bedürfnis erfasst, auch den im letzten Jahr wegen des Unfalls wieder völlig verwahrlosten Hausgarten wieder etwas auf Vordermann zu bringen. Kaum jemand versteht das, aber grade für die (in diesem Jahr besonders) kraftzehrende Arbeit im Park brauche ich ihn als "Rückendeckung" und Rückzugsraum. - Natürlich hoffe ich auch, daß meine kleine Schwester den Verlust ihres bisherigen Zuhauses - und vor allem ihrer geliebten Tiere - etwas besser verkraften wird, wenn sie sich hier auch im Garten zuhause fühlen kann.

Ein weiteres, dickes DANKE SCHÖN geht an große Tochter und "Schwiegersohn", ohne deren tatkräftige Unterstützung das alles nicht zu bewältigen wäre.

Nachtrag:

Grade hat Piet beim Büro-Ausräumen noch einen alten Text von mir gefunden, den ich mit 17 oder 18 Jahren für die Schülerzeitung geschrieben hatte (Tippfehler verbessert):

Aussichtsloser Kampf

Geiferkrallen angeln nach dir,
untersteh dich nicht,
anders zu sein!
Sie blecken die Zähne und kommen näher,
umringen dich,
gieren nach Sensationen.
Du spürst, wie Freunde von dir abfallen
und die Kälte an deinen Knochen entlang kriecht.
Sie protzen und prunken
mit ihrem Anstand und ihrer Moral.
Der Boden wankt
unter deinen Füßen.
In deiner Hilflosigkeit willst du
erklären und dich verteidigen.
Die weiche Masse  vor dir heuchelt Verständnis
und zieht dir hinterrücks 
deine Kraft aus dem Mark.
Du taumelst und fällst,
willst kämpfen
aber bist zu alleine.
Sie stürzen sich auf dich
wie ein wabbliger Albtraum,
sie schneiden dich ab vom Kraftstrom,
deine Freunde - die Pharisäer,
verfault bis in´s krankende Gehirn
aber im weißen Kleid und den Schmutz
wohlbehütet im hintersten Winkel ihrer Leere,
ihre eigenen Gefühle anbetend.
Du schlägst und trittst nach ihnen,
versuchst, sie mit den Zähnen zu packen,
deine Nägel in ihre gaffenden Glotzaugen zu krallen,
aber sie sind
wie fettes Gélée,
das sich dem Messer deines Hasses 
durch glitschige Nachgiebigkeit entzieht.
Dann kommt die Müdigkeit,
Heiserkeit nach langem Schrei.
Deine Augen sind trocken
es hilft dir nichts mehr.
Gnädig verzeihend, mit wohlwollender Selbstgefälligkeit,
bringen sie dich zur "Vernunft",
bekehren dich,
nehmen dich in ihre schleimige Mitte
und du resignierst.
- WIEDER EINER MEHR.

- einerseits ein erschreckendes Zeitdokument spät-pubertärer Isolation. Andererseits vielleicht auch heute für den einen oder anderen, der sich gesellschaftlichem Konformitätsdruck verweigert, emotional manchmal nachvollziehbar.

Viele Liebe Grüße,
Raphaela


Je suis Donbass!


Erklärungen, die ich für unterschreibenswert halte:

http://multipolare-welt-gegen-krieg.org

https://www.erklaerung2018.de